Im Februar gab es die letzte Meldung bei Radio Neuseenland. Dann wurde die Seite abgeschaltet. Grund waren die ungeklärten Verhältnisse bei der Nutzung des Namens "Neuseenland". Dieser ist markenschutzrechtlich geschützt. Inhaber ist der Tourismusverein Neuseenland e.V. Er hatte für das erste Quartal 2010 zu Gesprächen geladen.
Jetzt gibt es zwei Adressen für die Inhalte von Radio Neuseenland. Einmal die altbekannte. Zum zweiten gibt es jetzt auch die Seite seenticker.blogspot.com. Sie ist momentan noch über radioneuseenland.de erreichbar und wird parallel unter einem nicht-geschützten Namen betrieben. Die als Blog aufgelegte Seite hat aber auch zusätzliche Möglichkeiten. Kommentare sind jetzt möglich, Videos können eingebunden werden. Auch eine Suchmaschine steht zur Verfügung. Angesichts sich mehrender Inhalte ein interessanter Aspekt. Leider funktioniert der Findungshelfer noch nicht. Google-Blogsuche ist angefragt.
Fast alle Beiträge der früheren Seite sind auch auf der neuen Seite zu finden. Für das Lexikon gab es noch keinen Platz. Die Audio-Interviews werden in den Blog integriert und chronologisch in die Abfolge der Beiträge eingeordnet. Die Neuseen-Beiträge, die ich zwischen Februar und Mai für die L-IZ erstellte sollen folgen. Damals gab es bei der Leipziger Internet-Zeitung unter anderem eine Reihe mit Interviews von der Wassersportmesse "Beach & Boat". Mit dabei Reiner Kehr (LeipzigBoot) und Bernd Herold.
Freitag, 7. Mai 2010
Dienstag, 4. Mai 2010
Anhörung für Regelwerk: Verfahren zur Schiffbarmachung in der Landesdirektion
Sie war angekündigt worden, die rechtliche Schiffbarmachung der Gewässer zwischen Stadthafen und Cospudener See und damit auch des Floßgrabens zwischen Leipzig und Markkleeberg. Seit dieser Woche werden Nägel mit Köpfen gemacht.
In der Landesdirektion wurde am Montag das „Verfahren zur Schiffbarmachung des Kurses 1 des Touristischen Gewässerverbundes“ eröffnet.

Vorerst als Mini-Variante: Stadthafen Leipzig. Foto: Bernd Reiher
Auftakt dieses Verfahrens war eine „Anhörungskonferenz“ zur Schiffbarmachung von „Kurs 1“ des gewässertouristischen Nutzungskonzeptes zwischen Stadthafen Leipzig und Cospudener See. Nötig geworden war der behördliche Vorgang, weil es für diese Gewässer bis jetzt noch keine Schifffahrtsregeln gibt. „Dieses Verfahren dient dazu, die grundsätzliche Zulässigkeit der Befahrung des betroffenen Gewässers mit motorbetriebenen Booten zu prüfen, zu gestatten und mit anderen Nutzungen in Einklang zu bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom 26. April. Das Verfahren werde durch die Landesdirektion Leipzig als zuständige Behörde „gemäß den Bestimmungen des Sächsischen Wassergesetzes durchgeführt.“
Der Behörde zufolge wurde das Verfahren erforderlich, „da eine zunehmende wassertouristische Nutzung des Leipziger Neuseenlandes und damit auch Interessenskollisionen erwartet werden.“ Außerdem seien bisher noch keine einheitlichen Verkehrsregelungen eingeführt, mit denen mögliche Streitfälle eindeutig geregelt werden könnten. Sprich: demnächst Schifffahrtsrecht nach Sächsischer Schifffahrtsverordnung auch für Leipzig und die gefluteten Tagebaurestlöcher im sogenannten „Neuseenland“. Letztendlich vollzogen durch die Wasserschutzpolizei oder die Landesschifffahrtsbehörde. Der positive Nebeneffekt: die bislang noch nötigen Einzelgenehmigungen für Motorboote würden entfallen.
Seit Montag läuft es, das Anhörungsverfahren für die Schiffbarmachung des „Kurs 1“ zwischen zukünftigem Stadthafen und Cospudener See. Wie lange es dauern wird, ist noch nicht bekannt. „Wir arbeiten zügig dran“, sagte Landesdirektionssprecher Stefan Barton am Donnerstag gegenüber der L-IZ. Bei der Frage nach der Dauer vergaß er nicht zu erwähnen: „Immerhin ist es das erste seiner Art in Sachsen.“
Zum weiteren Werden dieses Verfahrens hieß es aus der Landesdirektion: „Die im Ergebnis eingehenden Stellungnahmen werden zunächst ausgewertet und abgewogen. Sofern es für die Entscheidung erforderlich ist, wird die Durchführung einer zweiten Anhörung nicht ausgeschlossen. Zudem ist zur Schiffbarkeitserklärung das Einvernehmen mit den Sächsischen Staatsministerien des Innern und für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr herzustellen.“
Kommt es irgendwann zu einem Ergebnis, wird schließlich die „Schiffbarkeit durch Bekanntgabe im Amtsblatt gegenüber Jedermann erklärt.“ Erwartete Effekte aus Sicht der Landesdirektion: „Planungssicherheit für Investoren sowie konstante, verlässliche Bedingungen für alle Nutzer, aber auch eindeutige Regelungen für einen schonenden Bootsverkehr insbesondere auf sensiblen Gewässern.“
In der Landesdirektion wurde am Montag das „Verfahren zur Schiffbarmachung des Kurses 1 des Touristischen Gewässerverbundes“ eröffnet.
Vorerst als Mini-Variante: Stadthafen Leipzig. Foto: Bernd Reiher
Auftakt dieses Verfahrens war eine „Anhörungskonferenz“ zur Schiffbarmachung von „Kurs 1“ des gewässertouristischen Nutzungskonzeptes zwischen Stadthafen Leipzig und Cospudener See. Nötig geworden war der behördliche Vorgang, weil es für diese Gewässer bis jetzt noch keine Schifffahrtsregeln gibt. „Dieses Verfahren dient dazu, die grundsätzliche Zulässigkeit der Befahrung des betroffenen Gewässers mit motorbetriebenen Booten zu prüfen, zu gestatten und mit anderen Nutzungen in Einklang zu bringen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom 26. April. Das Verfahren werde durch die Landesdirektion Leipzig als zuständige Behörde „gemäß den Bestimmungen des Sächsischen Wassergesetzes durchgeführt.“
Der Behörde zufolge wurde das Verfahren erforderlich, „da eine zunehmende wassertouristische Nutzung des Leipziger Neuseenlandes und damit auch Interessenskollisionen erwartet werden.“ Außerdem seien bisher noch keine einheitlichen Verkehrsregelungen eingeführt, mit denen mögliche Streitfälle eindeutig geregelt werden könnten. Sprich: demnächst Schifffahrtsrecht nach Sächsischer Schifffahrtsverordnung auch für Leipzig und die gefluteten Tagebaurestlöcher im sogenannten „Neuseenland“. Letztendlich vollzogen durch die Wasserschutzpolizei oder die Landesschifffahrtsbehörde. Der positive Nebeneffekt: die bislang noch nötigen Einzelgenehmigungen für Motorboote würden entfallen.
Seit Montag läuft es, das Anhörungsverfahren für die Schiffbarmachung des „Kurs 1“ zwischen zukünftigem Stadthafen und Cospudener See. Wie lange es dauern wird, ist noch nicht bekannt. „Wir arbeiten zügig dran“, sagte Landesdirektionssprecher Stefan Barton am Donnerstag gegenüber der L-IZ. Bei der Frage nach der Dauer vergaß er nicht zu erwähnen: „Immerhin ist es das erste seiner Art in Sachsen.“
Zum weiteren Werden dieses Verfahrens hieß es aus der Landesdirektion: „Die im Ergebnis eingehenden Stellungnahmen werden zunächst ausgewertet und abgewogen. Sofern es für die Entscheidung erforderlich ist, wird die Durchführung einer zweiten Anhörung nicht ausgeschlossen. Zudem ist zur Schiffbarkeitserklärung das Einvernehmen mit den Sächsischen Staatsministerien des Innern und für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr herzustellen.“
Kommt es irgendwann zu einem Ergebnis, wird schließlich die „Schiffbarkeit durch Bekanntgabe im Amtsblatt gegenüber Jedermann erklärt.“ Erwartete Effekte aus Sicht der Landesdirektion: „Planungssicherheit für Investoren sowie konstante, verlässliche Bedingungen für alle Nutzer, aber auch eindeutige Regelungen für einen schonenden Bootsverkehr insbesondere auf sensiblen Gewässern.“
Sonntag, 25. April 2010
Zehn Jahre Cospudener See: Gemeinsame Erklärung aus Markkleeberg, Zwenkau und Leipzig
Zehn Jahre wird er alt, der Cospudener See im Juni 2010. Am 22. April luden die drei Anlieger-Gemeinden Leipzig, Zwenkau und Markkleeberg zu einem Pressegespräch. Am Nachmittag ließen die drei Städte eine gemeinsame Erklärung folgen. Thema: Zehn Jahre Cospudener See – eine Erholungslandschaft feiert Jubiläum.
„Was hier aus einer von rund 20 Jahren Braunkohlenabbau zu DDR-Zeiten verwüsteten Gegend geschaffen und zur Weltausstellung EXPO 2000 als dezentrales Projekt unter dem Motto „Landschaftsnutzung - Landschaftspflege: Vom Kontrast zum Konsens“ der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben wurde, ist heute aus dem Südraum Leipzigs nicht mehr wegzudenken“, heißt es in der Erklärung zunächst.
Zu seinen Anfängen schreiben die drei Verwaltungen weiter: „Der Cospudener See war der erste Bergbaurestsee im schrittweise entstehenden Neuseenland, der einer Nachnutzung zugänglich gemacht wurde. Vorrangig ging es bei seiner Entwicklung um die Wiederherstellung des Naturraumes.“
Zu seinen Anfängen schreiben die drei Verwaltungen weiter: „Der Cospudener See war der erste Bergbaurestsee im schrittweise entstehenden Neuseenland, der einer Nachnutzung zugänglich gemacht wurde. Vorrangig ging es bei seiner Entwicklung um die Wiederherstellung des Naturraumes.“
Segler vorm Nordufer des Cospudener Sees. Foto: Bernd Reiher
In zehn Jahren sei hier eine einzigartige Erholungs- und Freizeitlandschaft entstanden, die sowohl Bereiche umfasst, die stärker dem Natur- und Landschaftsschutz gewidmet sind als auch intensiver für Naherholung und Sport genutzte Areale. Mehr als eine halbe Million Gäste würden den See und seine Möglichkeiten mittlerweile pro Jahr nutzen. Die drei See-Gemeinden in ihrer gemeinsamen Erklärung weiter: „Mit seinen Stränden, Gärten, Aufforstungen, dem Rundweg und dem sonstigen Wegenetz, dem Hafen Zöbigker und der Bistumshöhe ist der Landschaftspark Cospuden eine Erfolgsgeschichte, die nicht möglich gewesen wäre ohne die Kooperation der Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Planungsbüros, Baufirmen, Ämtern und Genehmigungsbehörden, Bergbau-Sanierungsträgern, Sponsoren und Betreibern.“
Von Markkleebergs Baubürgermeister Dr. Philipp Staude heißt es in der Meldung: „Nur wer damals – Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – wirklich am Rande dieses großen Loches gestanden und den im Vorfeld des Tagebaus nördlich abgeholzten Auenwald gesehen hat, kann ermessen, welch gigantischen Wandel die Landschaft seitdem erfahren hat, an die wir uns mittlerweile fast als selbstverständlich gewöhnt haben“. Er erinnert in seinen Zeilen auch an die Bürgerinitiative „Stoppt Cospuden“, die 1992 einer der Auslöser für die Einstellung des Tagebaubetriebes war. 1998 hatten die Städte Markkleeberg und Leipzig schließlich große Flächen des Tagebaus und der Ufer erworben.
Von Markkleebergs Baubürgermeister Dr. Philipp Staude heißt es in der Meldung: „Nur wer damals – Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts – wirklich am Rande dieses großen Loches gestanden und den im Vorfeld des Tagebaus nördlich abgeholzten Auenwald gesehen hat, kann ermessen, welch gigantischen Wandel die Landschaft seitdem erfahren hat, an die wir uns mittlerweile fast als selbstverständlich gewöhnt haben“. Er erinnert in seinen Zeilen auch an die Bürgerinitiative „Stoppt Cospuden“, die 1992 einer der Auslöser für die Einstellung des Tagebaubetriebes war. 1998 hatten die Städte Markkleeberg und Leipzig schließlich große Flächen des Tagebaus und der Ufer erworben.
„Heute“, so Staude, „gibt es hier ein prosperierendes Hafengelände, man kann hier fast alle Wassersportarten betreiben und hat das Gefühl, an einem Urlaubsort zu sein. Zöbigker ist jetzt eine der attraktivsten Adressen im Großraum Leipzig. Wir werden auch weiterhin alles tun, um den Cospudener See für die Besucher noch attraktiver zu machen.“
Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal schrieb in der Meldung: „In den zurückliegenden zehn Jahren wurde intensiv an einer weiteren gewässertouristischen Vernetzung des Leipziger Neuseenlandes gearbeitet.“ Zunehmend kristallisierten sich realisierungsfähige Projekte heraus. Beispiel dafür sei die Verbindung zwischen dem entstehenden Stadthafen Leipzig und dem Cospudener See über den so genannten „Kurs 1“ des Gewässerverbundes.
Rosenthal weiter: „Am 20. August werden wir die erste bootsgängige Verbindung zwischen Leipzig und dem Cospudener See als ‚Tag Blau’ entlang des Wasserlaufs wirkungsvoll in Szene setzen und damit die Palette der Veranstaltungen zum See-Jubiläum bereichern.“ Von diesem Tag an soll es möglich sein, an der dann fertig gestellten Außenmole des Stadthafens an- und abzulegen. Der Anleger soll als „Herzstück des Gewässerverbundes“ schrittweise entwickelt werden.
Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal schrieb in der Meldung: „In den zurückliegenden zehn Jahren wurde intensiv an einer weiteren gewässertouristischen Vernetzung des Leipziger Neuseenlandes gearbeitet.“ Zunehmend kristallisierten sich realisierungsfähige Projekte heraus. Beispiel dafür sei die Verbindung zwischen dem entstehenden Stadthafen Leipzig und dem Cospudener See über den so genannten „Kurs 1“ des Gewässerverbundes.
Rosenthal weiter: „Am 20. August werden wir die erste bootsgängige Verbindung zwischen Leipzig und dem Cospudener See als ‚Tag Blau’ entlang des Wasserlaufs wirkungsvoll in Szene setzen und damit die Palette der Veranstaltungen zum See-Jubiläum bereichern.“ Von diesem Tag an soll es möglich sein, an der dann fertig gestellten Außenmole des Stadthafens an- und abzulegen. Der Anleger soll als „Herzstück des Gewässerverbundes“ schrittweise entwickelt werden.
Schließlich kam in der Erklärung auch Zwenkaus Stadtoberhaupt Holger Schulz zu Wort. „Mit der Fertigstellung des Harthkanales 2013/2014 – der kurzen Gewässerverbindung zwischen Cospudener und Zwenkauer See – wird nicht nur der Schlüsselkurs 1 des Gewässerverbundes in seiner Gänze befahrbar“ betonte er in seinen Zeilen. „Dann werden beide Seen als durchgängiges Areal von rund 14 Quadratkilometer für die Menschen erlebbar. Lag Zwenkau einst in einer bizarren Tagebaulandschaft sprichwörtlich ‚hinter dem Mond’, so entsteht hier heute eine attraktive, bunte Wohn-, Arbeits-, Freizeit und Erholungslandschaft, welche für Leipziger und Gäste aus entfernteren Gebieten sehr gut auf dem Land- und Seeweg erreichbar ist.“
Freitag, 23. April 2010
"Wertvoll für die gesamte Region": Oliver Fritzsche und zehn Jahre Cospudener See
Zehn Jahre Cospudener See, so lautet eines der großen Jubiläen dieses noch jungen Jahres 2010. Eine Dekade erstes geflutetes Tagebaurestloch im Großraum Leipzig – wir wollten von einigen Politikern und Verwaltungsleuten wissen, wie sie die Entwicklung des Gewässers einschätzen.
Angefragt waren unter anderem Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose und sein Kollege Burkhard Jung aus dem Leipziger Rathaus. Erste Gratulantin war am 12. April die Ex-Landrätin und heutige Landtagsabgeordnete Petra Köpping (SPD). Heute kommt der Markkleeberger Landtagsabgeordnete Oliver Fritzsche (CDU) zu Wort.
Herr Fritzsche, zehn Jahre Cospudener See, was hat der See aus Ihrer Sicht für die Stadt Markkleeberg und den Südraum gebracht?
Fritzsche: Wo vor zwei Jahrzehnten noch Kohlebagger ihren Dienst taten, ist eine fantastische Freizeit- und Erholungslandschaft entstanden. Der Cospudener See zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise den Wandel einer gesamten Region. Er bietet Potential für vielfältige Aktivitäten. Der See ist über die vergangenen zehn Jahre zu einem zentralen Stadtbaustein für Markkleeberg geworden. Die Stadt Markkleeberg ohne den Cospudener See ist kaum mehr vorstellbar. Die rege Nutzung durch Anwohner und Erholungssuchende zeigt die Akzeptanz dieser jungen Kulturlandschaft im Leipziger Südraum.
Der Cospudener See zwischen Leipzig und Markkleeberger.
Foto: Bernd Reiher
Foto: Bernd Reiher
Die Entwicklung war rasant, es gab aber auch Problemzonen – was hätte aus Ihrer Sicht besser werden können?
Fritzsche: Wenn man sich vergegenwärtigt, wo der Ausgangspunkt der Seenentwicklung liegt, dann wird deutlich, welche Mammutaufgabe mit der Entwicklung des Cospudener Sees durch die Region zu meistern war. Beschleunigt durch die Möglichkeiten der EXPO 2000 war es die Aufgabe aller Akteure im Leipziger Südraum, die Entwicklung des Sees nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv zu gestalten. Unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen und Interessen mussten in diesem Prozess gebündelt und abgewogen werden. Eine solche Aufgabe ist nicht frei von Konflikt und stellt hohe Anforderungen an die Kommunikation aller Beteiligten. Manche Dinge lassen sich im Vorfeld einer solchen Landschaftsumgestaltung auch nur erahnen und manches Mal zeigt sich erst in der Umsetzung die gesamte Komplexität. Es ist daher insbesondere allen zu danken die den Mut hatten, Dinge zu entscheiden und Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Diesen Mut wünsche ich der gesamten Region auch für die Zukunft.
Fritzsche: Wenn man sich vergegenwärtigt, wo der Ausgangspunkt der Seenentwicklung liegt, dann wird deutlich, welche Mammutaufgabe mit der Entwicklung des Cospudener Sees durch die Region zu meistern war. Beschleunigt durch die Möglichkeiten der EXPO 2000 war es die Aufgabe aller Akteure im Leipziger Südraum, die Entwicklung des Sees nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv zu gestalten. Unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen und Interessen mussten in diesem Prozess gebündelt und abgewogen werden. Eine solche Aufgabe ist nicht frei von Konflikt und stellt hohe Anforderungen an die Kommunikation aller Beteiligten. Manche Dinge lassen sich im Vorfeld einer solchen Landschaftsumgestaltung auch nur erahnen und manches Mal zeigt sich erst in der Umsetzung die gesamte Komplexität. Es ist daher insbesondere allen zu danken die den Mut hatten, Dinge zu entscheiden und Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Diesen Mut wünsche ich der gesamten Region auch für die Zukunft.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Cospudener Sees?
Fritzsche: Ich hoffe und wünsche, dass es auch in Zukunft ein friedliches Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen und damit Nutzergruppen am See gibt. Mit dem Cospudener See wurde etwas sehr Wertvolles für die gesamte Region geschaffen. Ich hoffe, dass alle beteiligten Akteure – vom Erholungssuchenden, über den Aktivsportler bis zum Gewerbetreibenden – dies anerkennen und entsprechend handeln. Der Cospudener See ist nicht nur ein Geschenk für die Menschen, sondern auch Verpflichtung. Der See ist ein Markenzeichen für Markkleeberg und die Region – er ist unser Markenzeichen.
Fritzsche im Netz:
Montag, 12. April 2010
"Für die Bevölkerung entwickeln": Petra Köpping und zehn Jahre Cospudener See
Zehn Jahre wird er alt, der Cospudener See, in diesem Jahr. Am 1. Juni 2000 ist er eröffnet worden. Was er brachte, war eine Wende im Leipziger Stadtleben – das Wasser spielte plötzlich eine sehr große Rolle. Dampfer fahren zum Beispiel konnte man bis dahin in der Messestadt nicht – im Sommer 2000 aber war es groß in Mode.
Seit seiner Eröffnung hat sich der See prächtig entwickelt. Vieles, was dafür geplant und realisiert werden musste, ging vorher auch über den Schreibtisch von Petra Köpping, als der noch in der Bornaer Stauffenbergstraße stand. Von 2001 bis 2008 war sie Landrätin des Kreises Leipziger Land. Ahnte schon früh, welches Potenzial für die geschundene Tagebauregion in der neuen Seenlandschaft stecken würde. Heute sitzt sie im sächsischen Landtag in Dresden. Kümmert sich um Wirtschafts- und Kommunalpolitik. Den See aber hat sie nicht vergessen. Am 9. April schickte sie uns einige Zeilen zum runden Jubiläum des Gewässers.
Die Landtagsabgeordnete Petra Köpping. Foto: Bernd Reiher
Frau Köpping, zehn Jahre Cospudener See - was hat der See aus Ihrer Sicht für die Stadt Leipzig und den Südraum gebracht?
Aus einer Region, die lieber keiner kennen wollte, ist eines der beliebtesten Naherholungsziele für ganz Leipzig und die umliegenden Regionen geworden. Sobald die Sonne scheint, hat man das Gefühl, ganz Leipzig versammelt sich am See. Es ist wunderbar und hat die Erwartungen der damaligen Visionäre aus dem Südraum von Leipzig, ein Leipziger Neuseenland zu bauen, wirklich erfüllt. Neben der Umsetzung der größten Landschaftsbaustelle Europas von einer Tagebaulandschaft in eine Seenlandschaft, sind neue Wirtschaftszweige und damit Arbeitsplätze geschaffen worden.
Aus einer Region, die lieber keiner kennen wollte, ist eines der beliebtesten Naherholungsziele für ganz Leipzig und die umliegenden Regionen geworden. Sobald die Sonne scheint, hat man das Gefühl, ganz Leipzig versammelt sich am See. Es ist wunderbar und hat die Erwartungen der damaligen Visionäre aus dem Südraum von Leipzig, ein Leipziger Neuseenland zu bauen, wirklich erfüllt. Neben der Umsetzung der größten Landschaftsbaustelle Europas von einer Tagebaulandschaft in eine Seenlandschaft, sind neue Wirtschaftszweige und damit Arbeitsplätze geschaffen worden.
Die Entwicklung war rasant, es gab aber auch Problemzonen – was hätte aus Ihrer Sicht besser werden können?
Es gab in den vergangenen Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Akteuren, den Gemehmigungsbehörden und der Landesregierung, sowie der LMBV. Dennoch war die Zusammenarbeit nicht nur von Harmonie geprägt. Klar, es musste eine Abstimmung zwischen den Städten und Gemeinden zur Nutzung der Seen getroffen werden, aber auch Befindlichkeiten zwischen den einzelnen Akteuren waren nicht immer nur von Vorteil. Aus heutiger Sicht schätze ich den Beginn der Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes als wesentlich besser ein, als im späteren Verlauf. Aber man darf auch nicht verkennen, dass natürlich auch die Entscheidungsprozesse im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden sind.
Ein weiterer schwieriger Punkt ist die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger. 10 Jahre Entwicklung sind auch eine lange Zeit und nicht alle können sich an die Anfänge erinnern, oder sie waren noch gar nicht in dieser Region. So ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Punkt für die Akzeptanz der Planungen und sie müssen auch an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes darf nicht gegen die Interessen der Bürger erfolgen. Denn für die Bevölkerung sollen sich die Seen ja entwickeln.
Ein weiterer schwieriger Punkt ist die Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger. 10 Jahre Entwicklung sind auch eine lange Zeit und nicht alle können sich an die Anfänge erinnern, oder sie waren noch gar nicht in dieser Region. So ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Punkt für die Akzeptanz der Planungen und sie müssen auch an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes darf nicht gegen die Interessen der Bürger erfolgen. Denn für die Bevölkerung sollen sich die Seen ja entwickeln.
Sommer am Cospudener See. Foto: Bernd Reiher
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Cospudener Sees?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Abstimmungen, und die betreffen ja nicht nur den Süden von Leipzig, also für das gesamte Leipziger Neuseenland, konstruktiv und im Interesse der gesamten Region stattfinden. Aber ich wünsche mir auch die Unterstützung der Bevölkerung bei der Umsetzung. Was hier entsteht, ist einmalig - wo in Deutschland hat man schon die Möglichkeit, eine neue Landschaft zu gestalten. Diese Chance der Gestaltung, sollten wir gemeinsam nutzen.
Köpping im Netz:
www.petra-koepping.de
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Abstimmungen, und die betreffen ja nicht nur den Süden von Leipzig, also für das gesamte Leipziger Neuseenland, konstruktiv und im Interesse der gesamten Region stattfinden. Aber ich wünsche mir auch die Unterstützung der Bevölkerung bei der Umsetzung. Was hier entsteht, ist einmalig - wo in Deutschland hat man schon die Möglichkeit, eine neue Landschaft zu gestalten. Diese Chance der Gestaltung, sollten wir gemeinsam nutzen.
Köpping im Netz:
Sonntag, 7. Februar 2010
"Beach & Boat" in Leipzig: Christian Conrad, 10 Jahre Cospuden, 2009 und 2010
(07_02_br) Die Wassersportmesse „Beach & Boat“ – vor knapp einem Jahr ging ihre Premiere auf dem Neuen Leipziger Messegelände über die Bühne. Vier Tage Wassersportschau vor den Toren der einstmals wasserarmen Messestadt. Rund 12.000 Besucher sollen damals gezählt worden sein. Angelockt von reichlich 100 Teilnehmern auf der Aussteller-Seite.
Jetzt, Anfang Februar 2010, steht die zweite Ausgabe dieses jungen Messeprojektes vor der Tür. Kleiner geworden ist sie nicht. Rund 130 Aussteller sollen ihr Kommen angekündigt haben. Begleitet wird ihr buntes Treiben auch in diesem Jahr wieder vom so genannten „Seenland-Kongress“, von Fachvorträgen und einem quirligen Treiben am Pool.
Christian Conrad ist einer der Namen, die dabei auf der Rednerliste zu finden sein werden. „Zehn Jahre Cospuden“ sind das Thema, das ihm dafür zur Hausaufgabe geworden ist. Eine Dekade neue Seenlandschaft, die er nicht nur miterlebt, sondern auch mitgestaltet hat. Aus seinen Anfängen in der ehemaligen Bretter-Bude am Cospudener See ist schließlich nicht nur ein quicklebendiges Hafendörfchen „Pier1“ sondern auch die LeipzigSeen GmbH geworden, die sich heute auch um die Bewirtschaftung des Kulkwitzer Sees und die Entwicklung am Hainer See kümmert.
Was genau er sich für die Gastrolle am Rednerpult der Messehalle 5 vorgenommen hat, das wollten wir schon im Vorfeld von Christian Conrad selbst wissen. In seiner Antwort steckten auch einige Angaben zur vergangenen Saison und ein paar Worte des Ausblickes auf das Jahr 2010.

Von der Holzbaracke zum Hafendörfchen: Christian Conrad/Pier1. Fotos: Reiher/Conrad
Herr Conrad, ein kurzer Rückblick auf 2009 – was sagt die Bilanz zur vergangenen Saison am Cospudener See und dem Kulkwitzer See?
(Conrad): Trotz Wegfall der Computerspielemesse Games Convention konnte der Kulkwitzer See an die Übernachtungszahlen von 2008 auch in 2009 anknüpfen. Die ca. 36.000 Übernachtungen an der „Leipziger Küste“ könnten auch mit der krisenbedingt gestiegenen Zahl an günstigen Inlandsausflügen der Deutschen zu erklären sein.
Am Cospudener See zahlten sich die Verschönerungsarbeiten am Biergarten am Pier1 aus – der Biergarten lockte so viele Gäste wie noch nie an. Pier1 baute in 2009 die ersten Stege am Hainer See, die jedoch erst mit Erreichen des Endwasserstandes genutzt werden dürfen. Der schöne Sommer war der Garant für ein wiederum sehr besucherstarkes Jahr an beiden Seen, bei beiden konnten ca. 500.000 Gäste gezählt werden.
Im Rahmenprogramm der "Beach & Boat" ist auch der Name Christian Conrad zu finden – worum genau wird es gehen beim Vortrag "Zehn Jahre Cospuden"?
(Conrad): Der Cospudener See wird 10 Jahre alt – das ist schon mal ein Grund zum feiern und zurückblicken. Wer kennt schon noch die Anfänge von Pier1 in den Strossenstellwerken der LMBV? Wer erinnert sich an den enorm schnellen Bau des Piergebäudes am Hafen, um pünktlich zur Expo 2000 etwas zum Vorzeigen zu haben? Dies und viele Eindrücke aus 10 Jahren Cospudener See wird Christian Conrad zur Beach & Boat zeigen.
Was wird das Jahr 2010 Neues am Cospudener See und dem Kulkwitzer See bringen, welche neuen Vorhaben sind geplant?
(Conrad): Am Cospudener See werden weitere der kleinen bunten Bootshäuschen gebaut, die Surfern und Einzelhändlern zur Verfügung gestellt werden. Zudem wird weiter an der Renovierung des Biergartens gearbeitet. Desweiteren hat das beliebte Restaurant Seeterrasse seine Küche renoviert und seine Kapazitäten im Sinne der Gäste erhöht. Am Kulkwitzer See werden die 20 Finnhütten aus den 70ern grundhaft instandgesetzt und erstrahlen in bunten Farben. Das Highlight des Jahres wird aber sicher die Fertigstellung des Kanals nach Leipzig mit den zwei Schleusen. Im Sommer wird der erste Kurs des Leipziger Gewässernetzes in den Cospudener See eröffnet.
Jetzt, Anfang Februar 2010, steht die zweite Ausgabe dieses jungen Messeprojektes vor der Tür. Kleiner geworden ist sie nicht. Rund 130 Aussteller sollen ihr Kommen angekündigt haben. Begleitet wird ihr buntes Treiben auch in diesem Jahr wieder vom so genannten „Seenland-Kongress“, von Fachvorträgen und einem quirligen Treiben am Pool.
Christian Conrad ist einer der Namen, die dabei auf der Rednerliste zu finden sein werden. „Zehn Jahre Cospuden“ sind das Thema, das ihm dafür zur Hausaufgabe geworden ist. Eine Dekade neue Seenlandschaft, die er nicht nur miterlebt, sondern auch mitgestaltet hat. Aus seinen Anfängen in der ehemaligen Bretter-Bude am Cospudener See ist schließlich nicht nur ein quicklebendiges Hafendörfchen „Pier1“ sondern auch die LeipzigSeen GmbH geworden, die sich heute auch um die Bewirtschaftung des Kulkwitzer Sees und die Entwicklung am Hainer See kümmert.
Was genau er sich für die Gastrolle am Rednerpult der Messehalle 5 vorgenommen hat, das wollten wir schon im Vorfeld von Christian Conrad selbst wissen. In seiner Antwort steckten auch einige Angaben zur vergangenen Saison und ein paar Worte des Ausblickes auf das Jahr 2010.
Von der Holzbaracke zum Hafendörfchen: Christian Conrad/Pier1. Fotos: Reiher/Conrad
Herr Conrad, ein kurzer Rückblick auf 2009 – was sagt die Bilanz zur vergangenen Saison am Cospudener See und dem Kulkwitzer See?
(Conrad): Trotz Wegfall der Computerspielemesse Games Convention konnte der Kulkwitzer See an die Übernachtungszahlen von 2008 auch in 2009 anknüpfen. Die ca. 36.000 Übernachtungen an der „Leipziger Küste“ könnten auch mit der krisenbedingt gestiegenen Zahl an günstigen Inlandsausflügen der Deutschen zu erklären sein.
Am Cospudener See zahlten sich die Verschönerungsarbeiten am Biergarten am Pier1 aus – der Biergarten lockte so viele Gäste wie noch nie an. Pier1 baute in 2009 die ersten Stege am Hainer See, die jedoch erst mit Erreichen des Endwasserstandes genutzt werden dürfen. Der schöne Sommer war der Garant für ein wiederum sehr besucherstarkes Jahr an beiden Seen, bei beiden konnten ca. 500.000 Gäste gezählt werden.
Im Rahmenprogramm der "Beach & Boat" ist auch der Name Christian Conrad zu finden – worum genau wird es gehen beim Vortrag "Zehn Jahre Cospuden"?
(Conrad): Der Cospudener See wird 10 Jahre alt – das ist schon mal ein Grund zum feiern und zurückblicken. Wer kennt schon noch die Anfänge von Pier1 in den Strossenstellwerken der LMBV? Wer erinnert sich an den enorm schnellen Bau des Piergebäudes am Hafen, um pünktlich zur Expo 2000 etwas zum Vorzeigen zu haben? Dies und viele Eindrücke aus 10 Jahren Cospudener See wird Christian Conrad zur Beach & Boat zeigen.
Was wird das Jahr 2010 Neues am Cospudener See und dem Kulkwitzer See bringen, welche neuen Vorhaben sind geplant?
(Conrad): Am Cospudener See werden weitere der kleinen bunten Bootshäuschen gebaut, die Surfern und Einzelhändlern zur Verfügung gestellt werden. Zudem wird weiter an der Renovierung des Biergartens gearbeitet. Desweiteren hat das beliebte Restaurant Seeterrasse seine Küche renoviert und seine Kapazitäten im Sinne der Gäste erhöht. Am Kulkwitzer See werden die 20 Finnhütten aus den 70ern grundhaft instandgesetzt und erstrahlen in bunten Farben. Das Highlight des Jahres wird aber sicher die Fertigstellung des Kanals nach Leipzig mit den zwei Schleusen. Im Sommer wird der erste Kurs des Leipziger Gewässernetzes in den Cospudener See eröffnet.
Kurzkanal - nächste Etappe: Plangenehmigung Durchstich Lindenauer Hafen erteilt
Der planerische Weg für den Durchstich vom Karl-Heine-Kanal zum Lindenauer Hafen ist frei. Im November könnte der Baustart für die Gewässerverbindung erfolgen. Leipzigs Amt für Stadtgrün und Gewässer teilte am Freitag mit: „Auf dem Weg“ zur Anbindung Leipzigs an Saale und Elster „konnte mit der nunmehr durch die Wasserbehörde der Stadt Leipzig erteilten Plangenehmigung für die Herstellung einer Gewässerverbindung zwischen Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen eine weitere wichtige Hürde genommen werden“.

Lindenauer Hafen/Karl-Heine-Kanal: noch nicht verbunden. Fotos: BReiher
„Aus wasserrechtlicher Sicht“ sei den Gewässerverwaltern zufolge nun der Weg frei, um „im Sommer diesen Jahres die bauvorbereitenden Arbeiten beginnen.“ Der erste Spatenstich für die „wasserbaulichen Bauleistungen“ könnte im November erfolgen. Voraussetzung dafür seien laut Pressemeldung fließende Fördermittel „in Höhe von 75 Prozent der rund 8,8 Millionen Euro betragenden Gesamtkosten durch den Freistaat Sachsen.“
Laut Leipziger Wasserbehörde werde damit „nicht nur die Grundlage für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung des Lindenauer Hafens geschaffen.“ Das Vorhaben sei „auch ein wichtiger Schritt für die Erweiterung eines der zukünftig attraktivsten Kurse des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes.“ Genauer: Kurs II. Auf ihm sollen „Wasserwanderer, Boots- und andere Wassertouristen von der Saale über den Karl-Heine-Kanal bis zum Stadthafen in das Zentrum der Stadt Leipzig gelangen.“ Von dort aus erschließe sich „außer dem Leipziger Innenstadtbereich auch der gesamte Süd- und Nordwestraum“ des „Leipziger Neuseenlandes“.
Das letzte angegangene Großprojekt, um „eine selbsttragende wassertouristische und damit eng verbundene ökonomische Entwicklung des Gebietes um den Lindenauer Hafen in Gang zu setzen“ sei das allerdings noch nicht. Weitere strategische Bauvorhaben seien zum Beispiel der Lindenauer Sportboothafen, die Anbindung des Elster-Saale-Kanals an den Lindenauer Hafen und die Fortführung des Elster-Saale-Kanals bis zur Saale.
Lindenauer Hafen/Karl-Heine-Kanal: noch nicht verbunden. Fotos: BReiher
„Aus wasserrechtlicher Sicht“ sei den Gewässerverwaltern zufolge nun der Weg frei, um „im Sommer diesen Jahres die bauvorbereitenden Arbeiten beginnen.“ Der erste Spatenstich für die „wasserbaulichen Bauleistungen“ könnte im November erfolgen. Voraussetzung dafür seien laut Pressemeldung fließende Fördermittel „in Höhe von 75 Prozent der rund 8,8 Millionen Euro betragenden Gesamtkosten durch den Freistaat Sachsen.“
Laut Leipziger Wasserbehörde werde damit „nicht nur die Grundlage für die touristische und wirtschaftliche Entwicklung des Lindenauer Hafens geschaffen.“ Das Vorhaben sei „auch ein wichtiger Schritt für die Erweiterung eines der zukünftig attraktivsten Kurse des Wassertouristischen Nutzungskonzeptes.“ Genauer: Kurs II. Auf ihm sollen „Wasserwanderer, Boots- und andere Wassertouristen von der Saale über den Karl-Heine-Kanal bis zum Stadthafen in das Zentrum der Stadt Leipzig gelangen.“ Von dort aus erschließe sich „außer dem Leipziger Innenstadtbereich auch der gesamte Süd- und Nordwestraum“ des „Leipziger Neuseenlandes“.
Das letzte angegangene Großprojekt, um „eine selbsttragende wassertouristische und damit eng verbundene ökonomische Entwicklung des Gebietes um den Lindenauer Hafen in Gang zu setzen“ sei das allerdings noch nicht. Weitere strategische Bauvorhaben seien zum Beispiel der Lindenauer Sportboothafen, die Anbindung des Elster-Saale-Kanals an den Lindenauer Hafen und die Fortführung des Elster-Saale-Kanals bis zur Saale.
Dienstag, 2. Februar 2010
Markkleeberger See zwischen 2009 und 2010: Seenbetreiber im Interview
(02_02_br) „Markkleeberger See zugefroren – Eisfläche bitte nicht betreten“ heißt es in diesen Tagen auf den Webseiten des kleinen Gewässers am Südost-Ende der gleichnamigen Pleißestadt. Der vierte Geburtstag ist es, den es für ihn in diesem Jahr zu feiern gilt. Vieles ist geschehen seit Eröffnung im Juli 2006. Mit den Neuankömmlingen „Eiscafé“ und „Weinbeißerei“ wurde 2009 schließlich auch das gastronomische Angebot komplettiert.
Baulich und wassertechnisch ist momentan allerdings auch am Markkleeberger See eher Winterpause angesagt. Koordinatorische Sachen sind es zumeist, die derzeit vor und hinter den Kulissen über die Bühne gehen. Welche das sind, das wollten wir Ende Januar vom Seenbetreiber EGW wissen. Wir fragten auch nach einer Bilanz für das Jahr 2009 und einem Ausblick auf 2010. Die Antworten kamen von EGW-Urgestein Bernd Walther.

Der Markkleeberger See zwischen Wachau, A38 und B2. Fotos: BReiher
Herr Walther, der Markkleeberger See und das Jahr 2009: welche Höhepunkte, wo gab es nur Teilerfolge – was sagt die Bilanz?
(Walther): Mit der Freigabe bzw. dem Nutzungsbeginn am Auenhainer Strand ist der Ausbau der Strände am Markkleeberger See nun abgeschlossen. An diesem Strandabschnitt konnten bislang fehlende, aber stark nachgefragte Nutzungsmöglichkeiten integriert werden: Grillplatz, Beach-Volleyball, Strandabschnitt als Hundestrand und behindertengerechter Gewässerzugang. Der Strand wurde in der Saison 2009 bereits stark frequentiert.
Mit dem Ausbau der Steganlage in Markkleeberg-Ost können erste 20 Liegeplätze für Boote am Markkleeberger See angeboten werden. Durch die Baumaßnahme kam es in der Saison 2009 jedoch zu Ausfällen beim Bootsshuttle „Solaria1“ zwischen Kanupark und Seepromenade.
Durch die Freigabe der Erschließungsstraße „Bootssteig“ südlich des Kanuparks konnten verbesserte Parkbedingungen für Behinderte und Busse geschaffen werden. Gleichzeitig besteht damit die notwendige Voraussetzung für die Nutzung des Surfbereichs sowie der geplanten Slippstelle.
Die Inbetriebnahme der Servicestationen an den Stränden konnte nicht, wie zunächst vorgesehen, im Jahr 2009 erfolgen. Es musste daher nochmals mit Miet-WC-Containern gearbeitet werden. Vor allem am Wachauer Strand war dies durch nicht vorhandene Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich.
Eine Zählung von Besuchern wurde durch die EGW im Jahr 2009 nicht vorgenommen. Jedoch konnte mit Blick auf die gesamte Saison 2009 – einhergehend mit den neuen Nutzungsmöglichkeiten und zahlreichen Veranstaltungen – eine weitere Zunahme der Besucherzahlen festgestellt werden.
Was passiert aktuell in diesen ersten Wochen des Jahres 2010 rund um das Thema "Markkleeberger See"?
(Walther): Derzeit beschäftigt den Betreiber zum Einen der ausgeprägte Winter. Zur Freude vieler Freizeitsportler liegt am Markkleeberger See seit 02.01.2010 reichlich Schnee. Um den Wintersportaktivitäten am See Möglichkeiten zu geben, werden nur Parkplätze, Straßenbereiche und Fußwege, nicht jedoch der Uferrundweg vom Schnee beräumt – was v.a. Langläufer und Rodler anzieht. Daneben werden bei entsprechender Schneelage durch Partner der EGW wieder Pferdeschlittenfahrten auf dem Uferweg angeboten.
Weiterhin haben die gastronomischen Einrichtungen an der Seepromenade und in der Auenhainer Bucht auch im Winter geöffnet. Höhepunkt der Winteraktivitäten ist sicherlich das „Skispringen“ am Auenhainer Strand. Zum Anderen bereitet die EGW derzeit intensiv die Saison 2010 sowie die Umsetzung der notwendigen Bewirtschaftungsmaßnahmen vor.
Welche Projekte sind für 2010 in Vorbereitung – welche Bauvorhaben sind geplant?
(Walther): Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten der Stadt Markkleeberg auf dem Gelände des Silberschachtes. So sind in den vergangenen Monaten bereits die Bauarbeiten zum Verlegen der Ver- und Entsorgungsleitungen fertiggestellt worden. Nach Aussage der Stadt Markkleeberg soll in den nächsten Wochen und Monaten die weitere Erschließung des oberen Plateaus erfolgen. Hier sollen in den nächsten Jahren Sport- und Erholungsflächen entstehen.
Durch die EGW ist der Ausbau einer Slippstelle südlich vom Kanupark vorgesehen. Im Bereich der Slippstelle soll auch dem bislang bestehenden Defizit an Möglichkeiten zur Lagerung von Booten an Land durch das Angebot von Trockenliegeplätzen Rechnung getragen werden. Direkt angrenzend wird ein Surfbereich eingerichtet, der als Ausgangspunkt für wassersportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Im Auftrag der LMBV erfolgen seit November 2009 Arbeiten im Bereich der Flutungsleitung im Bereich des Südufers. In diesem Zusammenhang kann es in den nächsten Wochen zu Einschränkungen bei der Nutzbarkeit der Uferwege in diesem Bereich kommen. Im Auftrag der LMBV und des Projektträgers Stadt Markkleeberg laufen außerdem die Planungen für das Schleusenbauwerk zwischen Markkleeberger und Störmthaler See.
Im B-Plangebiet Seepromenade werden im Jahr 2010 weitere Grundstücke besiedelt. Daneben fördert die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig die erste Informationsstele des erdgeschichtlichen Zeitpfads am Markkleeberger und Störmthaler See. Sie wird 2010 an der Seepromenade errichtet.
Im September 2009 wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Ost (GA) ein Förderantrag durch die Stadt Markkleeberg zur Errichtung eines Erlebnisrastplatzes mit Schutzhütte und Waldspielplatz am Markkleeberger See eingereicht. Als Standort ist der Bereich westlich der Seepromenade vorgesehen. Direkt am Rundweg gelegen, soll der Rastplatz für Spaziergänger, Radfahrer und mit der zukünftigen Gewässerverbindung zwischen Pleiße und Markkleeberger See auch für Wasserwanderer sehr gut zugängig sein.
Wie geht es mit dem Auenhainer Strand weiter?
(Walther): Der EGW wird durch die Stadt Markkleeberg zu Saisonbeginn 2010 der Bereich der Servicestation zur Bewirtschaftung übergeben. D.h.: Durch die Stadt Markkleeberg werden die Erschließungsmaßnahmen sowie die bauliche Umsetzung der WC-Anlagen abgeschlossen. Gleiches gilt für den Wachauer Strand.
Auf Grundlage der Erschließungsmaßnahmen der Stadt Markkleeberg sind Auenhainer und Wachauer Strand nun auch mit Stromanschlüssen ausgestattet. Außerdem sollen die Bepflanzungsmaßnahmen am Strand in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Mit Saisonbeginn wird auch der behindertengerechte Zugang zum Gewässer in die Bewirtschaftung übernommen. Durch die EGW ist weiterhin die Einrichtung einer Strandversorgung in der Badesaison vorgesehen. Mittelfristig ist außerdem vorgesehen, am Auenhainer Strand einen Zugang zum Gewässer für Taucher einzurichten. Dazu ist eine entsprechende wasserrechtliche Genehmigung notwendig, da das Tauchen im Markkleeberger See derzeit noch nicht erlaubt ist.
Was wird das Jahr 2010 Neues für den Markkleeberger See bringen?
(Walther): Auf alle Fälle mehr Bewegung (Segelboote) auf dem Wasser!
Baulich und wassertechnisch ist momentan allerdings auch am Markkleeberger See eher Winterpause angesagt. Koordinatorische Sachen sind es zumeist, die derzeit vor und hinter den Kulissen über die Bühne gehen. Welche das sind, das wollten wir Ende Januar vom Seenbetreiber EGW wissen. Wir fragten auch nach einer Bilanz für das Jahr 2009 und einem Ausblick auf 2010. Die Antworten kamen von EGW-Urgestein Bernd Walther.
Der Markkleeberger See zwischen Wachau, A38 und B2. Fotos: BReiher
Herr Walther, der Markkleeberger See und das Jahr 2009: welche Höhepunkte, wo gab es nur Teilerfolge – was sagt die Bilanz?
(Walther): Mit der Freigabe bzw. dem Nutzungsbeginn am Auenhainer Strand ist der Ausbau der Strände am Markkleeberger See nun abgeschlossen. An diesem Strandabschnitt konnten bislang fehlende, aber stark nachgefragte Nutzungsmöglichkeiten integriert werden: Grillplatz, Beach-Volleyball, Strandabschnitt als Hundestrand und behindertengerechter Gewässerzugang. Der Strand wurde in der Saison 2009 bereits stark frequentiert.
Mit dem Ausbau der Steganlage in Markkleeberg-Ost können erste 20 Liegeplätze für Boote am Markkleeberger See angeboten werden. Durch die Baumaßnahme kam es in der Saison 2009 jedoch zu Ausfällen beim Bootsshuttle „Solaria1“ zwischen Kanupark und Seepromenade.
Durch die Freigabe der Erschließungsstraße „Bootssteig“ südlich des Kanuparks konnten verbesserte Parkbedingungen für Behinderte und Busse geschaffen werden. Gleichzeitig besteht damit die notwendige Voraussetzung für die Nutzung des Surfbereichs sowie der geplanten Slippstelle.
Die Inbetriebnahme der Servicestationen an den Stränden konnte nicht, wie zunächst vorgesehen, im Jahr 2009 erfolgen. Es musste daher nochmals mit Miet-WC-Containern gearbeitet werden. Vor allem am Wachauer Strand war dies durch nicht vorhandene Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich.
Eine Zählung von Besuchern wurde durch die EGW im Jahr 2009 nicht vorgenommen. Jedoch konnte mit Blick auf die gesamte Saison 2009 – einhergehend mit den neuen Nutzungsmöglichkeiten und zahlreichen Veranstaltungen – eine weitere Zunahme der Besucherzahlen festgestellt werden.
Was passiert aktuell in diesen ersten Wochen des Jahres 2010 rund um das Thema "Markkleeberger See"?
(Walther): Derzeit beschäftigt den Betreiber zum Einen der ausgeprägte Winter. Zur Freude vieler Freizeitsportler liegt am Markkleeberger See seit 02.01.2010 reichlich Schnee. Um den Wintersportaktivitäten am See Möglichkeiten zu geben, werden nur Parkplätze, Straßenbereiche und Fußwege, nicht jedoch der Uferrundweg vom Schnee beräumt – was v.a. Langläufer und Rodler anzieht. Daneben werden bei entsprechender Schneelage durch Partner der EGW wieder Pferdeschlittenfahrten auf dem Uferweg angeboten.
Weiterhin haben die gastronomischen Einrichtungen an der Seepromenade und in der Auenhainer Bucht auch im Winter geöffnet. Höhepunkt der Winteraktivitäten ist sicherlich das „Skispringen“ am Auenhainer Strand. Zum Anderen bereitet die EGW derzeit intensiv die Saison 2010 sowie die Umsetzung der notwendigen Bewirtschaftungsmaßnahmen vor.
Welche Projekte sind für 2010 in Vorbereitung – welche Bauvorhaben sind geplant?
(Walther): Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten der Stadt Markkleeberg auf dem Gelände des Silberschachtes. So sind in den vergangenen Monaten bereits die Bauarbeiten zum Verlegen der Ver- und Entsorgungsleitungen fertiggestellt worden. Nach Aussage der Stadt Markkleeberg soll in den nächsten Wochen und Monaten die weitere Erschließung des oberen Plateaus erfolgen. Hier sollen in den nächsten Jahren Sport- und Erholungsflächen entstehen.
Durch die EGW ist der Ausbau einer Slippstelle südlich vom Kanupark vorgesehen. Im Bereich der Slippstelle soll auch dem bislang bestehenden Defizit an Möglichkeiten zur Lagerung von Booten an Land durch das Angebot von Trockenliegeplätzen Rechnung getragen werden. Direkt angrenzend wird ein Surfbereich eingerichtet, der als Ausgangspunkt für wassersportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Im Auftrag der LMBV erfolgen seit November 2009 Arbeiten im Bereich der Flutungsleitung im Bereich des Südufers. In diesem Zusammenhang kann es in den nächsten Wochen zu Einschränkungen bei der Nutzbarkeit der Uferwege in diesem Bereich kommen. Im Auftrag der LMBV und des Projektträgers Stadt Markkleeberg laufen außerdem die Planungen für das Schleusenbauwerk zwischen Markkleeberger und Störmthaler See.
Im B-Plangebiet Seepromenade werden im Jahr 2010 weitere Grundstücke besiedelt. Daneben fördert die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig die erste Informationsstele des erdgeschichtlichen Zeitpfads am Markkleeberger und Störmthaler See. Sie wird 2010 an der Seepromenade errichtet.
Im September 2009 wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Ost (GA) ein Förderantrag durch die Stadt Markkleeberg zur Errichtung eines Erlebnisrastplatzes mit Schutzhütte und Waldspielplatz am Markkleeberger See eingereicht. Als Standort ist der Bereich westlich der Seepromenade vorgesehen. Direkt am Rundweg gelegen, soll der Rastplatz für Spaziergänger, Radfahrer und mit der zukünftigen Gewässerverbindung zwischen Pleiße und Markkleeberger See auch für Wasserwanderer sehr gut zugängig sein.
Wie geht es mit dem Auenhainer Strand weiter?
(Walther): Der EGW wird durch die Stadt Markkleeberg zu Saisonbeginn 2010 der Bereich der Servicestation zur Bewirtschaftung übergeben. D.h.: Durch die Stadt Markkleeberg werden die Erschließungsmaßnahmen sowie die bauliche Umsetzung der WC-Anlagen abgeschlossen. Gleiches gilt für den Wachauer Strand.
Auf Grundlage der Erschließungsmaßnahmen der Stadt Markkleeberg sind Auenhainer und Wachauer Strand nun auch mit Stromanschlüssen ausgestattet. Außerdem sollen die Bepflanzungsmaßnahmen am Strand in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Mit Saisonbeginn wird auch der behindertengerechte Zugang zum Gewässer in die Bewirtschaftung übernommen. Durch die EGW ist weiterhin die Einrichtung einer Strandversorgung in der Badesaison vorgesehen. Mittelfristig ist außerdem vorgesehen, am Auenhainer Strand einen Zugang zum Gewässer für Taucher einzurichten. Dazu ist eine entsprechende wasserrechtliche Genehmigung notwendig, da das Tauchen im Markkleeberger See derzeit noch nicht erlaubt ist.
Was wird das Jahr 2010 Neues für den Markkleeberger See bringen?
(Walther): Auf alle Fälle mehr Bewegung (Segelboote) auf dem Wasser!
Sonntag, 24. Januar 2010
Ankern auf der Neuen Messe: Christian Gute, Wasser, Sport und die "beach & Boat" 2010
Rund 12.000 Besucher, reichlich 100 Aussteller und 70 Veranstaltungen – so sahen sie aus, die Eckdaten der ersten „Beach & Boat“, die ziemlich genau vor einem Jahr im Februar 2009 auf der Neuen Messe Premiere hatte. Vier Tage Wassersportschau in der einstmals wasserarmen Messestadt. „Unsere Erwartungen wurden in jeder Hinsicht erfüllt“, freute sich damals Messegeschäftsführer Martin Buhl-Wagner über den Augang des neuen Messeprojektes seiner Gesellschaft. Auch die angereisten Aussteller schienen von der Premierenausgabe durchaus angetan. 91 Prozent von ihnen sollen am Abschluss erklärt haben, dass „Leipzig ein geeigneter Standort für eine Wassersportmesse“ sei.

Taufpate und Projektkoordinator der "Beach & Boat": Christian Gute im Januar 2010, Messeimpression 2009. Fotos: Bernd Reiher
Vor knapp 12 Monaten war es, dass der Stapelllauf von Leipzigs erster größerer Wassersportmesse erfolgreich über die Bühne ging. Jetzt, Mitte Februar 2010, wird sie für die zweite Ausgabe freigemacht. Vom 18. bis zum 21. Februar heißt es auf der Neuen Messe wieder: „Beach & Boat“.
Vieles hat sich geändert, das Konzept jedoch ist geblieben. Als vorsaisonale Leistungsschau mit lokalen Akteuren und überregionalen Playern soll sich die „Beach & Boat“ etablieren. Ein Blick ins Programmheft der diesjährigen Ausgabe verrät, dass die Macher ihrem Ziel ein Stück näher gekommen sind.
Deutlichstes Zeichen: die Ausstellerliste. 130 Teilnehmer sollen insgesamt ihr Kommen zugesagt haben. Ein leichtes Plus zu 2009. 16 haben ihre Meldung mit Brandenburger Absender geschickt. Auf 9 Anmeldekarten wurde die Ortsvorwahl von Berlin registriert. Ganze 14 Bögen kamen aus dem fernen MeckPom. Selbst Polen und Griechenland sind vertreten. Auch die Gastgeber haben ordentlich Flagge gezeigt: 37 Aussteller aus Sachsen sind es, die sich in diesen Tagen auf die „Beach & Boat“ vorbereiten.
Aussteller, Rahmenprogramm, Seenkongress - das sind auch die drei Grundpfeiler der zweiten „Beach & Boat“. Schillerndstes Podium ist der Fachkongress „Investieren und wachsen in neuen Revieren“. Er ist für den Donnerstag angesetzt. Als Redner haben sich unter anderem solche Lokalgrößen wie Heiko Rosenthal oder Holm Retsch angekündigt. Außerdem sind Vorträge von Vertretern der LMBV, aus dem Wirtschaftsministerium und vom Ostdeutschen Sparkassenverband geplant. Vorgesehene Themen: „Finanzierung und Fördermittel“, „Unternehmertum am Wasser“, „Urlaub ohne Barrieren“ und „Bootssport als Motor für die Seen-Entwicklung?“
Ebenfalls gut bestückt: das Rahmenprogramm. Anders als der Seenkongress wird es die Schau an allen Messetagen begleiten. Für den Donnerstag sind Vorträge von Gabriela Lantzsch, Polizeitaucher Dieter Trischler und Vize-Surfweltmeister Moritz Martin vorgemerkt. Am Freitag wird der neue Imagefilm „Leipziger Neuseenland“ gezeigt. Außerdem wird die Architektin Christiane Domke am frühen Nachmittag den Architektursommer 2010 vorstellen.
Am Sonnabend spricht unter anderem Atlantik-Querer Dominic Görlitz über die „Abora“. Am Sonntag referiert Christopher Jabs über „Status quo und Vision Elster-Saale-Kanal“. Schließlich kommt dann auch Neuseenland-Altmeister Christian Conrad zum Zug. Er spricht über das, was sein Meisterstück geworden ist: „10 Jahre Cospuden“.
Chrisitan Gute ist einer der Gründungsväter der „Beach & Boat“. Nachdem der 32-jährige Leipziger schon die Premierenausgabe koordinierte, ist er jetzt auch am Regiepult der zweiten Ausgabe der neuen Wassersportmesse zu finden. Lange bevor Leipzigs News-Maschine wieder Fahrt in Richtung „Beach & Boat“ aufnimmt, hatten wir Mitte Januar die Möglichkeit, den studierten Messemanager für ein längeres Gespräch über die drei Wochen später kommende Ausgabe zu treffen.
Begegnet sind wir dabei einem Mann, der zwar selber noch Bootsmann werden muss, aber schon zu einem wichtigen Bindeglied der neuen mitteldeutschen Seenlandschaft geworden ist. Warum man Leipzigs neue Wassersportmesse im Februar nicht verpassen sollte, wieso Motorboote auch für seine Messe ein wichtiges Thema bleiben, weshalb „100 Jahre Seglerverband“ für ihn einer der Höhepunkte dieser Veranstaltung sind, warum Behinderte in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen und was es sonst noch auf der diesjährigen „Beach & Boat“ zu entdecken gibt, das verriet Christian Gute im dabei entstandenen Audio-Interview.
Große: 9,46 MB. Länge: 10'20''. Download.
Taufpate und Projektkoordinator der "Beach & Boat": Christian Gute im Januar 2010, Messeimpression 2009. Fotos: Bernd Reiher
Vor knapp 12 Monaten war es, dass der Stapelllauf von Leipzigs erster größerer Wassersportmesse erfolgreich über die Bühne ging. Jetzt, Mitte Februar 2010, wird sie für die zweite Ausgabe freigemacht. Vom 18. bis zum 21. Februar heißt es auf der Neuen Messe wieder: „Beach & Boat“.
Vieles hat sich geändert, das Konzept jedoch ist geblieben. Als vorsaisonale Leistungsschau mit lokalen Akteuren und überregionalen Playern soll sich die „Beach & Boat“ etablieren. Ein Blick ins Programmheft der diesjährigen Ausgabe verrät, dass die Macher ihrem Ziel ein Stück näher gekommen sind.
Deutlichstes Zeichen: die Ausstellerliste. 130 Teilnehmer sollen insgesamt ihr Kommen zugesagt haben. Ein leichtes Plus zu 2009. 16 haben ihre Meldung mit Brandenburger Absender geschickt. Auf 9 Anmeldekarten wurde die Ortsvorwahl von Berlin registriert. Ganze 14 Bögen kamen aus dem fernen MeckPom. Selbst Polen und Griechenland sind vertreten. Auch die Gastgeber haben ordentlich Flagge gezeigt: 37 Aussteller aus Sachsen sind es, die sich in diesen Tagen auf die „Beach & Boat“ vorbereiten.
Aussteller, Rahmenprogramm, Seenkongress - das sind auch die drei Grundpfeiler der zweiten „Beach & Boat“. Schillerndstes Podium ist der Fachkongress „Investieren und wachsen in neuen Revieren“. Er ist für den Donnerstag angesetzt. Als Redner haben sich unter anderem solche Lokalgrößen wie Heiko Rosenthal oder Holm Retsch angekündigt. Außerdem sind Vorträge von Vertretern der LMBV, aus dem Wirtschaftsministerium und vom Ostdeutschen Sparkassenverband geplant. Vorgesehene Themen: „Finanzierung und Fördermittel“, „Unternehmertum am Wasser“, „Urlaub ohne Barrieren“ und „Bootssport als Motor für die Seen-Entwicklung?“
Ebenfalls gut bestückt: das Rahmenprogramm. Anders als der Seenkongress wird es die Schau an allen Messetagen begleiten. Für den Donnerstag sind Vorträge von Gabriela Lantzsch, Polizeitaucher Dieter Trischler und Vize-Surfweltmeister Moritz Martin vorgemerkt. Am Freitag wird der neue Imagefilm „Leipziger Neuseenland“ gezeigt. Außerdem wird die Architektin Christiane Domke am frühen Nachmittag den Architektursommer 2010 vorstellen.
Am Sonnabend spricht unter anderem Atlantik-Querer Dominic Görlitz über die „Abora“. Am Sonntag referiert Christopher Jabs über „Status quo und Vision Elster-Saale-Kanal“. Schließlich kommt dann auch Neuseenland-Altmeister Christian Conrad zum Zug. Er spricht über das, was sein Meisterstück geworden ist: „10 Jahre Cospuden“.
Chrisitan Gute ist einer der Gründungsväter der „Beach & Boat“. Nachdem der 32-jährige Leipziger schon die Premierenausgabe koordinierte, ist er jetzt auch am Regiepult der zweiten Ausgabe der neuen Wassersportmesse zu finden. Lange bevor Leipzigs News-Maschine wieder Fahrt in Richtung „Beach & Boat“ aufnimmt, hatten wir Mitte Januar die Möglichkeit, den studierten Messemanager für ein längeres Gespräch über die drei Wochen später kommende Ausgabe zu treffen.
Begegnet sind wir dabei einem Mann, der zwar selber noch Bootsmann werden muss, aber schon zu einem wichtigen Bindeglied der neuen mitteldeutschen Seenlandschaft geworden ist. Warum man Leipzigs neue Wassersportmesse im Februar nicht verpassen sollte, wieso Motorboote auch für seine Messe ein wichtiges Thema bleiben, weshalb „100 Jahre Seglerverband“ für ihn einer der Höhepunkte dieser Veranstaltung sind, warum Behinderte in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen und was es sonst noch auf der diesjährigen „Beach & Boat“ zu entdecken gibt, das verriet Christian Gute im dabei entstandenen Audio-Interview.
Große: 9,46 MB. Länge: 10'20''. Download.
Montag, 18. Januar 2010
Jubiläum Cospudener See und "Mittsommernacht" im Kanupark: Erste größere See-Kulturtermine Markkleeberg 2010
(Archiv_br_18_01) "La dolce vita - eine italienische Nacht", so ist der Arbeitstitel des diesjährigen "Mittsommernachtskonzertes" im Kanupark. Über die Bühne gehen könnte es am 19. Juni, sagte Schgebietsleiter Ralph von Rauchhaupt am 15. Januar gegenüber der L-IZ. Weitere wahrscheinlich größere Nummer des Markkleeberger Kulturkalenders dieses noch jungen Jahres 2010: "Zehn Jahre Cospuden". Das Jubiläum soll dem jetzigen Planungsstand zufolge am 7. August gefeiert werden. Update 24.01.: Interview in der L-IZ
Dienstag, 5. Januar 2010
Plan für den Problempatient: Elsterstausee, Förderverein, Nutzungskonzept
(Archiv_05_01_br) Der Elsterstausee im Südwesten von Leipzig, ein prächtiges Bild ist es nicht, das er momentan bietet. Das Wasser ist verschwunden. Das, was einmal der Seegrund war, ist mittlerweile mit sattem Pflanzengrün bedeckt. Vegetation, deren Wurzelwerk dem Gewässerboden zusätzlich zu schaffen macht. Erst im Dezember gab es deswegen einen Freiwilligeneinsatz, bei dem 150 Bürger innerhalb von zwei Stunden rund 1.500 Bäumchen aus dem Seeboden gezupft haben sollen.

Abgesoffen: Der Elsterstausee im Sommer 2009. Foto: Bernd Reiher
Nur ein Jahr ist es her, dass große Teile des Elsterstausees noch mit Wasser bedeckt waren. Noch vor zwei Jahren galt das als Horrorszenario, was jetzt Realität geworden ist. Der einzige Unterschied von damals zu heute: während 2007 und 2008 noch gerungen werden musste, dass diese Sache einmal im Stadtrat landet, ist das im Jahr 2009 geschehen. Bei der Sitzung im Juni hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, den Elsterstausee zu retten – wenn das wirtschaftlich vertretbar ist.
Um das herauszufinden, wurde in der Folge ein Gutachter beauftragt. Seine Erkenntnisse sind zwischenzeitlich zwar ans Rathaus geliefert worden. Weil das Umweltdezernat darauf aufbauend aber einen Rettungsplan erstellen will, wird mit weiteren Meldungen zu diesem Thema wohl erst im Frühjahr zu rechnen sein.
Ob dann die Rettung kommt oder der traditionsreiche Elsterstausee vielleicht doch aufgegeben wird, ist ungewiss. Für den Fall der Sanierung hat aber jetzt wieder einmal der Förderverein Elsterstausee ein paar Schritte im Voraus gedacht und ein Nutzungskonzept für das kleine Gewässer vorgestellt. Dabei könnte eine Betreibergesellschaft der zentrale Knotenpunkt der Anlage werden. Der Clou: nach Sanierung und Neu-Befüllung wäre nach Meinung der Verfasser ein Betrieb ohne weitere Zuschüsse möglich.
Gegliedert ist das Papier in die vier Unterpunkte Betrieb, Nutzung, Gastronomie, Sport und Events. Würde es umgesetzt, versprechen sich die Seeleute eine „finanzwirtschaftlich vernünftige und sichere“ Betreibung des Gewässers. Außerdem könnten so viele „bisher unerschlossene Entwicklungsmöglichkeiten“ angezapft werden. Kernpunkt des Konzeptes: die Betreiberstruktur. Hier schlägt der Förderverein die Gründung einer „Elsterstausee Betriebs GmbH“ vor. Sie könnte das „Herzstück“ der Anlage werden und soll für Pflege, Verwaltung und bauliche Maßnahmen des Areals verantwortlich sein. Gebildet werden soll sie aus den vorhandenen gewerblichen Nutzern und einem Investor, der als stiller Teilhaber vorgesehen ist. Beraten werden soll diese Betreibergeseellschaft durch einen sogenannten „Stausee-Beirat“. Dafür vorgesehene Mitglieder: Seglerverein, Seesportclub, Behindertenverband, Vertreter der Stadt, des Fördervereines und des Bürgervereines Knauthain/Knautkleeberg.
„Naturnahe Erholung“ und „sanfter Tourismus“ sind die Schlagworte, um die es in der Unterrubrik „Nutzungskonzept“ geht. Zusätzlich zum Flachwasser-Badebereich, dem Bootsverleih und dem Freizeitsport auf der Liegewiese ist dabei die Einrichtung eines Fahrrad- und Schlittschuhverleihs angedacht. Außerdem können sich die Autoren zwischen Imbiss und Seesportverein auch solche Dinge wie einen Biwak- oder Abenteuerspielplatz gut vorstellen. Für Fahrradtouristen, Wanderer, Kinder- und Jugendgruppen könnte auf dem Gelände des Seesportclubs ein Übernachtungscamp entstehen. Als möglicher Betreiber wurde der Landesanglerverband genannt.
In Sachen „Gastronomie“ ist in diesem Konzept eine Weiterentwicklung des bisherigen Imbissangebotes angedacht. Zusätzlich und im Zusammenhang mit dem Übernachtungscamp könnte auf dem Seesportgelände ein öffentlicher Rastplatz für Radler und Wanderer eingerichtet werden. Außerdem schlagen die Vereinsleute die Ansiedlung hochwertiger Fischgastronomie vor. Sie könnte im ab 2013 leerstehenden Seglervereinsheim untergebracht werden. Nach Meinung des Fördervereines wäre eine solche Einrichtung „eine wirkliche Bereicherung für das gastronomische Angebot der Region mit einer Wirkung in die Stadt hinein.“
Wenig zimperlich die Absender des Konzepts auch beim Unterpunkt „Events“. Zwei Fischerfeste könnten und sollten es ihrer Meinung nach pro Jahr werden. Damit könnten die Anlieger einen „erheblichen finanziellen Beitrag zur Betreibung erwirtschaften“. Weiter angedacht: regionale Bauern- und Gartenmärkte sowie thematische Siedler-, Familien- oder Kinderfeste. Außerdem gut vorstellbar: Schlittschuh- oder Eissegelfeste, Halloween-Partys oder „Kleine Konzerte am See“, Open Air.
Greifbarer scheinen die Ideen in der Abteilung „Angeltourismus/Fischereiliche Bewirtschaftung“. Die Konzeptschreiber dazu: „Der Leipziger Anglerverband ist generell bereit, den See als Gewässer für Satzfischproduktion – aber auch als überregional interessantes Angelgewässer über einen langfristigen Pachtvertrag zu nutzen.“ Darüber hinaus interessiere den Anglerverband der Betrieb des Camps als Jugendlager, Schulungs- und Seminarzentrum in eigener Regie.
Letzter Punkt im Nutzungskonzept des Fördervereines Elsterstausee e.V. ist das Thema „Sport“. Dabei könnten sich die Seeleute gut vorstellen, den Elsterstausee als Ausbildungsgewässer für Segelanfänger oder für den Modellsport zu erschließen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass wegen seiner geringen Tiefe der Elsterstausee zu den wenigen Gewässern in Mitteldeutschland zählt, auf denen Eissegeln möglich ist.
„Er hat die Chance sich zu einem ganz besonderen Zentrum der Naherholung zu entwickeln“, heißt es schließlich im jetzt vorgelegten Konzept. Wie sie genutzt wird, das wird in den kommenden Wochen beraten. Das Papier der Vereinsleute könnte dabei nützlich sein. Die Sanierung wird schließlich nicht unwahrscheinlicher, wenn schon jetzt über Ideen für die Zeit danach diskutiert werden kann.
Abgesoffen: Der Elsterstausee im Sommer 2009. Foto: Bernd Reiher
Nur ein Jahr ist es her, dass große Teile des Elsterstausees noch mit Wasser bedeckt waren. Noch vor zwei Jahren galt das als Horrorszenario, was jetzt Realität geworden ist. Der einzige Unterschied von damals zu heute: während 2007 und 2008 noch gerungen werden musste, dass diese Sache einmal im Stadtrat landet, ist das im Jahr 2009 geschehen. Bei der Sitzung im Juni hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, den Elsterstausee zu retten – wenn das wirtschaftlich vertretbar ist.
Um das herauszufinden, wurde in der Folge ein Gutachter beauftragt. Seine Erkenntnisse sind zwischenzeitlich zwar ans Rathaus geliefert worden. Weil das Umweltdezernat darauf aufbauend aber einen Rettungsplan erstellen will, wird mit weiteren Meldungen zu diesem Thema wohl erst im Frühjahr zu rechnen sein.
Ob dann die Rettung kommt oder der traditionsreiche Elsterstausee vielleicht doch aufgegeben wird, ist ungewiss. Für den Fall der Sanierung hat aber jetzt wieder einmal der Förderverein Elsterstausee ein paar Schritte im Voraus gedacht und ein Nutzungskonzept für das kleine Gewässer vorgestellt. Dabei könnte eine Betreibergesellschaft der zentrale Knotenpunkt der Anlage werden. Der Clou: nach Sanierung und Neu-Befüllung wäre nach Meinung der Verfasser ein Betrieb ohne weitere Zuschüsse möglich.
Gegliedert ist das Papier in die vier Unterpunkte Betrieb, Nutzung, Gastronomie, Sport und Events. Würde es umgesetzt, versprechen sich die Seeleute eine „finanzwirtschaftlich vernünftige und sichere“ Betreibung des Gewässers. Außerdem könnten so viele „bisher unerschlossene Entwicklungsmöglichkeiten“ angezapft werden. Kernpunkt des Konzeptes: die Betreiberstruktur. Hier schlägt der Förderverein die Gründung einer „Elsterstausee Betriebs GmbH“ vor. Sie könnte das „Herzstück“ der Anlage werden und soll für Pflege, Verwaltung und bauliche Maßnahmen des Areals verantwortlich sein. Gebildet werden soll sie aus den vorhandenen gewerblichen Nutzern und einem Investor, der als stiller Teilhaber vorgesehen ist. Beraten werden soll diese Betreibergeseellschaft durch einen sogenannten „Stausee-Beirat“. Dafür vorgesehene Mitglieder: Seglerverein, Seesportclub, Behindertenverband, Vertreter der Stadt, des Fördervereines und des Bürgervereines Knauthain/Knautkleeberg.
„Naturnahe Erholung“ und „sanfter Tourismus“ sind die Schlagworte, um die es in der Unterrubrik „Nutzungskonzept“ geht. Zusätzlich zum Flachwasser-Badebereich, dem Bootsverleih und dem Freizeitsport auf der Liegewiese ist dabei die Einrichtung eines Fahrrad- und Schlittschuhverleihs angedacht. Außerdem können sich die Autoren zwischen Imbiss und Seesportverein auch solche Dinge wie einen Biwak- oder Abenteuerspielplatz gut vorstellen. Für Fahrradtouristen, Wanderer, Kinder- und Jugendgruppen könnte auf dem Gelände des Seesportclubs ein Übernachtungscamp entstehen. Als möglicher Betreiber wurde der Landesanglerverband genannt.
In Sachen „Gastronomie“ ist in diesem Konzept eine Weiterentwicklung des bisherigen Imbissangebotes angedacht. Zusätzlich und im Zusammenhang mit dem Übernachtungscamp könnte auf dem Seesportgelände ein öffentlicher Rastplatz für Radler und Wanderer eingerichtet werden. Außerdem schlagen die Vereinsleute die Ansiedlung hochwertiger Fischgastronomie vor. Sie könnte im ab 2013 leerstehenden Seglervereinsheim untergebracht werden. Nach Meinung des Fördervereines wäre eine solche Einrichtung „eine wirkliche Bereicherung für das gastronomische Angebot der Region mit einer Wirkung in die Stadt hinein.“
Wenig zimperlich die Absender des Konzepts auch beim Unterpunkt „Events“. Zwei Fischerfeste könnten und sollten es ihrer Meinung nach pro Jahr werden. Damit könnten die Anlieger einen „erheblichen finanziellen Beitrag zur Betreibung erwirtschaften“. Weiter angedacht: regionale Bauern- und Gartenmärkte sowie thematische Siedler-, Familien- oder Kinderfeste. Außerdem gut vorstellbar: Schlittschuh- oder Eissegelfeste, Halloween-Partys oder „Kleine Konzerte am See“, Open Air.
Greifbarer scheinen die Ideen in der Abteilung „Angeltourismus/Fischereiliche Bewirtschaftung“. Die Konzeptschreiber dazu: „Der Leipziger Anglerverband ist generell bereit, den See als Gewässer für Satzfischproduktion – aber auch als überregional interessantes Angelgewässer über einen langfristigen Pachtvertrag zu nutzen.“ Darüber hinaus interessiere den Anglerverband der Betrieb des Camps als Jugendlager, Schulungs- und Seminarzentrum in eigener Regie.
Letzter Punkt im Nutzungskonzept des Fördervereines Elsterstausee e.V. ist das Thema „Sport“. Dabei könnten sich die Seeleute gut vorstellen, den Elsterstausee als Ausbildungsgewässer für Segelanfänger oder für den Modellsport zu erschließen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass wegen seiner geringen Tiefe der Elsterstausee zu den wenigen Gewässern in Mitteldeutschland zählt, auf denen Eissegeln möglich ist.
„Er hat die Chance sich zu einem ganz besonderen Zentrum der Naherholung zu entwickeln“, heißt es schließlich im jetzt vorgelegten Konzept. Wie sie genutzt wird, das wird in den kommenden Wochen beraten. Das Papier der Vereinsleute könnte dabei nützlich sein. Die Sanierung wird schließlich nicht unwahrscheinlicher, wenn schon jetzt über Ideen für die Zeit danach diskutiert werden kann.
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Neue Harth und Zwenkauer See: Zweckverbandschef Kai Braun im Interview
Die Neue Harth kam nach der alten Harth, ist irgendwo im Niemandsland zwischen Markkleeberg, Leipzig und Zwenkau zu finden, hat irgendwas mit Wald zu tun und muss wohl da sein, wo auch die A38 ist. So oder ähnlich sieht es aus, das Bild des Normal-Leipzigers von diesem neu aufgeforsteten Stück Landschaft im Leipziger Südraum. Dass es schon am Südufer des Cospudener Sees beginnt und seine Lage im Leipziger Neuseenland einmal eine sehr zentrale sein wird, ist dabei nur wenigen bewusst.
Eine ausgehöhlte Kippenlandschaft ist die Neue Harth schon lange nicht mehr. „Wald-Offenland-Seenmix“, so heißt es im Expertendeutsch, was hier in den letzten Jahrzehnten neu entstanden ist. Mittendrin zwei Wahrzeichen, die beide für sich schon bekannter sind, als die Gegend in der sie stehen: die Bistumshöhe am Cospudener See und jene weiter südlich platzierte Erlebnismaschine, die mit dem Namen „Belantis“ groß geworden ist.

Der Planer mit dem weiten Blick: Zweckverbands-Geschäftsführer Kai Braun. Fotos: Bernd Reiher
„Die Neue Harth ist keine Kippenlandschaft, wo keine Wege durchgehen, sondern eine sehr facettenreiche Landschaft mit Wald, Offenland und Biotopen, die heute schon wie Biotope aussehen“, das sagt Kai Braun, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Neue Harth, zu dem was hier in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden ist. Der Diplom-Geograf weiter: „Wir müssen nicht erst warten, bis die Landschaft fertig ist, sondern sie ist teilweise schon mehr als fertig – im positiven Sinne, dass wir also nicht nur den Cospudener-See-Rundweg haben, sondern abseits dieses Weges tatsächlich Räume haben, die entdeckt werden wollen.“
Kurz vor Weihnachten trafen wir ihn in seinem Büro im Leipziger Neuen Rathaus. Zur Sache mit dem ausbaufähigen Bewusstsein in der Öffentlichkeit sagte Braun dabei: „Wo kein Wasser ist, zieht es in der Regel auch wenig Leute hin.“ Ein nüchterner Satz - gesprochen von Kai Braun klingt dabei aber auch der lange Atem des Landschaftsplaners mit. Kaum einer weiß schließlich besser, welches Potenzial in diesem schlummernden Stück Landschaft steckt - mit dem Cospudener See im Norden, dem Zwenkauer See an der Südseite und eben jenem Verbindungskanal in der Neuen Harth, mit dem aus beiden einmal ein großes Ganzes werden wird.
Wo er die Neue Harth und den Zwenkauer See in zehn Jahren sieht, was 2009 im Planungsgebiet seines Zweckverbandes geschah, was 2010 kommen wird, warum er keinen „Kraut- und Rübenladen“ will und was das alles mit einem Architektur-Sommer 2010 zu tun hat, das verriet Kai Braun der L-IZ am 22. Dezember im Audio-Interview.
Größe: 8,18 MB. Länge 8'56''. Download
Eine ausgehöhlte Kippenlandschaft ist die Neue Harth schon lange nicht mehr. „Wald-Offenland-Seenmix“, so heißt es im Expertendeutsch, was hier in den letzten Jahrzehnten neu entstanden ist. Mittendrin zwei Wahrzeichen, die beide für sich schon bekannter sind, als die Gegend in der sie stehen: die Bistumshöhe am Cospudener See und jene weiter südlich platzierte Erlebnismaschine, die mit dem Namen „Belantis“ groß geworden ist.
Der Planer mit dem weiten Blick: Zweckverbands-Geschäftsführer Kai Braun. Fotos: Bernd Reiher
„Die Neue Harth ist keine Kippenlandschaft, wo keine Wege durchgehen, sondern eine sehr facettenreiche Landschaft mit Wald, Offenland und Biotopen, die heute schon wie Biotope aussehen“, das sagt Kai Braun, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Neue Harth, zu dem was hier in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden ist. Der Diplom-Geograf weiter: „Wir müssen nicht erst warten, bis die Landschaft fertig ist, sondern sie ist teilweise schon mehr als fertig – im positiven Sinne, dass wir also nicht nur den Cospudener-See-Rundweg haben, sondern abseits dieses Weges tatsächlich Räume haben, die entdeckt werden wollen.“
Kurz vor Weihnachten trafen wir ihn in seinem Büro im Leipziger Neuen Rathaus. Zur Sache mit dem ausbaufähigen Bewusstsein in der Öffentlichkeit sagte Braun dabei: „Wo kein Wasser ist, zieht es in der Regel auch wenig Leute hin.“ Ein nüchterner Satz - gesprochen von Kai Braun klingt dabei aber auch der lange Atem des Landschaftsplaners mit. Kaum einer weiß schließlich besser, welches Potenzial in diesem schlummernden Stück Landschaft steckt - mit dem Cospudener See im Norden, dem Zwenkauer See an der Südseite und eben jenem Verbindungskanal in der Neuen Harth, mit dem aus beiden einmal ein großes Ganzes werden wird.
Wo er die Neue Harth und den Zwenkauer See in zehn Jahren sieht, was 2009 im Planungsgebiet seines Zweckverbandes geschah, was 2010 kommen wird, warum er keinen „Kraut- und Rübenladen“ will und was das alles mit einem Architektur-Sommer 2010 zu tun hat, das verriet Kai Braun der L-IZ am 22. Dezember im Audio-Interview.
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Sonntag, 27. Dezember 2009
Vom weiteren Werden des Wassers im Westen: Interview mit Dr. Sabine Heymann vom Wasser Stadt Leipzig e.V.
Runde 80 Jahre liegt er zurück, der Baustart für den Lindenauer Hafen. Fünf Jahre wurde damals gewerkelt, bis die Arbeiten 1943 eingestellt wurden. Rund die Hälfte der Betonarbeiten soll bis dahin realisiert worden sein. Seitdem ist zwar viel rund um die Anlage geschehen. Fertig geworden ist das Verbindungsstück zwischen Elster-Saale- und Karl-Heine-Kanal allerdings nie. Auch ist das Areal mit der riesigen Kaimauer bis heute auf dem Wasserweg nicht erreichbar.

Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal heute und morgen: Stadträtin Dr. Sabine Heymann im Interview. Fotos: Heymann/privat/Bernd Reiher
Sechs Meter tief soll es sein, das Hafenbecken, das sich dahinter verbirgt. Es mit den Wasserwegen im Norden und vor allem dem Süden zu verbinden, dafür gab es in den 90er Jahren erneuten Schub. Den dafür nötigen Rückenwind lieferte die Sanierung des Karl-Heine-Kanales zwischen 1993 bis 1996. Mit ihr rückte auch die stattliche Hafenanlage zwischen Grünau und Lindenau wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Inklusive der Frage, ob der der Fußweg unter der Lützner Straße die einzige Verbindung zwischen beiden Projekten bleiben muss.
Die ist seit einigen Jahren geklärt. Kommen wird er, der Durchstich vom Lindenauer Hafen zum Karl-Heine-Kanal. 2013 könnte es soweit sein, sagt Dr. Sabine Heymann. Sie ist die Vorsitzende des Wasser Stadt Leipzig e.V. Kurz vor Jahresende hatten wir Gelegenheit, mit ihr über das Vorhaben zu sprechen. Thema: das Wasser im Leipziger Westen, der aktuelle Stand der Dinge und das Jahr 2010.
Wie die Pläne derzeit aussehen, was im Unterschied zu Olympia anders geworden ist, wie das Gelände in zehn Jahren aussehen könnte und warum sie deswegen für 2010 eine Spendenaktion plant, das verriet Stadträtin Dr. Sabine Heymann der L-IZ Mitte Dezember 2009 im Interview.
Größe: 9,59 MB. Länge: 10'29''. Download.
Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal heute und morgen: Stadträtin Dr. Sabine Heymann im Interview. Fotos: Heymann/privat/Bernd Reiher
Sechs Meter tief soll es sein, das Hafenbecken, das sich dahinter verbirgt. Es mit den Wasserwegen im Norden und vor allem dem Süden zu verbinden, dafür gab es in den 90er Jahren erneuten Schub. Den dafür nötigen Rückenwind lieferte die Sanierung des Karl-Heine-Kanales zwischen 1993 bis 1996. Mit ihr rückte auch die stattliche Hafenanlage zwischen Grünau und Lindenau wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Inklusive der Frage, ob der der Fußweg unter der Lützner Straße die einzige Verbindung zwischen beiden Projekten bleiben muss.
Die ist seit einigen Jahren geklärt. Kommen wird er, der Durchstich vom Lindenauer Hafen zum Karl-Heine-Kanal. 2013 könnte es soweit sein, sagt Dr. Sabine Heymann. Sie ist die Vorsitzende des Wasser Stadt Leipzig e.V. Kurz vor Jahresende hatten wir Gelegenheit, mit ihr über das Vorhaben zu sprechen. Thema: das Wasser im Leipziger Westen, der aktuelle Stand der Dinge und das Jahr 2010.
Wie die Pläne derzeit aussehen, was im Unterschied zu Olympia anders geworden ist, wie das Gelände in zehn Jahren aussehen könnte und warum sie deswegen für 2010 eine Spendenaktion plant, das verriet Stadträtin Dr. Sabine Heymann der L-IZ Mitte Dezember 2009 im Interview.
Größe: 9,59 MB. Länge: 10'29''. Download.
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Im Stadtrat ist nichts passiert": Monika Heinrich, das "Golfhotel" und der Flächennutzungsplan
(09_12_br) Ein Golfhotel am Cospudener See, das war ein Thema, das Anfang dieses Jahres die Gemüter in Markkleeberg und dem angrenzenden Messestädtchen erhitzte. Geplant war es für das Südost-Ufer des kleinen Tagebaufolgesees, südlich des Hafendörfchens Pier 1. Als Vorhabensträger fungierte damals die Leipziger Unister GmbH. Dass die Drahtzieher aber scheinbar selbst aus Markkleeberg kamen, wurde schnell vergessen, als erst ein anonymer Drohbrief und dann die Fax-Absage der Investoren für das frühzeitige Aus dieses Vorhabens sorgten.

Umwandlung für OBM keine Priorität: Monika Heinrich, Bürgerinitiative, Flächennutzungsplan. Fotos: Bernd Reiher
Seit den Anfängen dieser Wirren ist knapp ein Jahr ins Land gegangen. Zwar sollte der für diesen Wirbel ursächliche Vorbehalt für eine Golfnutzung im Nachgang aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden. Dass daraus aber noch nicht viel geworden ist, ergab jetzt eine Anfrage an die Bürgerinitiative „Stop Privatisierung Cospudener See“. Monika Heinrich ist die Sprecherin dieses Einwohnerverbundes. Warum die derzeitige Ruhe auch eine trügerische sein kann, verriet sie der L-IZ im Kurz-Interview.
Frau Heinrich, nach dem Rückzug des Investors gab es viele Anläufe, den Flächennutzungsplan vom Vorbehalt "Golfplatz/Golfnutzung" zu bereinigen – was ist daraus geworden?
Heinrich: Buchstäblich nichts. Die Stadtverwaltung Markkleeberg wurde bereits im April 2009 durch den Stadtrat beauftragt, Vorschläge zur Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) im Gebiet des Sondergebietes Golfplatz zu erstellen und zur Abstimmung in den Stadtrat zu bringen. Im Sommer stand auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung ein Punkt zum FNP. Dieser wurde jedoch kurzfristig wieder gestrichen. Auf unserer Anfrage im Oktober stellte OBM Dr. Klose einen Termin im Dezember in Aussicht. Nach neuesten Informationen soll es nun irgendwann im kommenden halben Jahr zu einem neuen Termin kommen.
Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die Haltung von OBM Klose in dieser Sache in den letzten Monaten beschreiben?
Heinrich: Der Stadtrat hat mit dem Auftrag zur Überarbeitung des FNP auch eine klare Richtung vorgegeben: Umwandlung des Sondergebietes "Golfplatz" in Fläche für Wald und naturnahe Grünflächen. Dieses scheint keine hohe Priorität bei Herrn Dr. Klose zu genießen. Wenn man bedenkt, mit welchem Nachdruck OBM Dr. Klose Anfang des Jahres die Umwandlung von naturnahen Fläche für Erholung in Bauflächen verfolgt hat, ist die jetzige Haltung der Stadtverwaltung nicht anders zu erklären. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der OBM, nachdem sich nun die Wogen etwas geglättet haben, auf den nächsten Investor wartet, um dann dort weiter zu machen, wo er durch die Bürger im Frühjahr gestoppt wurde.
Was ist im Stadtrat in den letzten Monaten in dieser Sache geschehen?
Heinrich: Im Stadtrat ist nichts passiert, da bisher noch kein neuer Entwurf zur Überarbeitung des FNP zur Diskussion vorliegt. Einzelne Stadträte und Fraktionen haben sich aber vor den Kommunalwahlen zum Thema FNP positioniert. Siehe dazu unsere Internetseite.
Wie ist die aktuelle Situation im November/Dezember 2009?
Heinrich: Der Flächennutzungsplan ist seit 2003 unverändert. Nach wie vor ist darin ein Sondergebiet "Golfplatz" vorgesehen. Damit ist es jederzeit möglich, dass neue Pläne zur Bebauung der Naturflächen am Cospudener See auftauchen.
Wie geht es in dieser Sache weiter?
Heinrich: Die Bürgerinitiative verfolgt nach wie vor das Ziel, über eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Markkleeberg, das Sondergebiet am Cospudener See in Flächen für Wald und naturnahe Grünflächen um zu wandeln. Nachdem die Stadtverwaltung hier keine Fortschritte macht, wird die Bürgerinitiative wieder aktiv. Wir haben Herrn OBM Dr. Klose ein Schreiben gesendet, mit dem wir erneut unsere Zusammenarbeit bei der Überarbeitung des FNP anbieten. Wir warten nun gespannt auf seine Antwort.
Bürgerinitiative im Netz: www.buergerinitiative-cospudener-see.de
Umwandlung für OBM keine Priorität: Monika Heinrich, Bürgerinitiative, Flächennutzungsplan. Fotos: Bernd Reiher
Seit den Anfängen dieser Wirren ist knapp ein Jahr ins Land gegangen. Zwar sollte der für diesen Wirbel ursächliche Vorbehalt für eine Golfnutzung im Nachgang aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden. Dass daraus aber noch nicht viel geworden ist, ergab jetzt eine Anfrage an die Bürgerinitiative „Stop Privatisierung Cospudener See“. Monika Heinrich ist die Sprecherin dieses Einwohnerverbundes. Warum die derzeitige Ruhe auch eine trügerische sein kann, verriet sie der L-IZ im Kurz-Interview.
Frau Heinrich, nach dem Rückzug des Investors gab es viele Anläufe, den Flächennutzungsplan vom Vorbehalt "Golfplatz/Golfnutzung" zu bereinigen – was ist daraus geworden?
Heinrich: Buchstäblich nichts. Die Stadtverwaltung Markkleeberg wurde bereits im April 2009 durch den Stadtrat beauftragt, Vorschläge zur Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) im Gebiet des Sondergebietes Golfplatz zu erstellen und zur Abstimmung in den Stadtrat zu bringen. Im Sommer stand auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung ein Punkt zum FNP. Dieser wurde jedoch kurzfristig wieder gestrichen. Auf unserer Anfrage im Oktober stellte OBM Dr. Klose einen Termin im Dezember in Aussicht. Nach neuesten Informationen soll es nun irgendwann im kommenden halben Jahr zu einem neuen Termin kommen.
Wie lässt sich aus Ihrer Sicht die Haltung von OBM Klose in dieser Sache in den letzten Monaten beschreiben?
Heinrich: Der Stadtrat hat mit dem Auftrag zur Überarbeitung des FNP auch eine klare Richtung vorgegeben: Umwandlung des Sondergebietes "Golfplatz" in Fläche für Wald und naturnahe Grünflächen. Dieses scheint keine hohe Priorität bei Herrn Dr. Klose zu genießen. Wenn man bedenkt, mit welchem Nachdruck OBM Dr. Klose Anfang des Jahres die Umwandlung von naturnahen Fläche für Erholung in Bauflächen verfolgt hat, ist die jetzige Haltung der Stadtverwaltung nicht anders zu erklären. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der OBM, nachdem sich nun die Wogen etwas geglättet haben, auf den nächsten Investor wartet, um dann dort weiter zu machen, wo er durch die Bürger im Frühjahr gestoppt wurde.
Was ist im Stadtrat in den letzten Monaten in dieser Sache geschehen?
Heinrich: Im Stadtrat ist nichts passiert, da bisher noch kein neuer Entwurf zur Überarbeitung des FNP zur Diskussion vorliegt. Einzelne Stadträte und Fraktionen haben sich aber vor den Kommunalwahlen zum Thema FNP positioniert. Siehe dazu unsere Internetseite.
Wie ist die aktuelle Situation im November/Dezember 2009?
Heinrich: Der Flächennutzungsplan ist seit 2003 unverändert. Nach wie vor ist darin ein Sondergebiet "Golfplatz" vorgesehen. Damit ist es jederzeit möglich, dass neue Pläne zur Bebauung der Naturflächen am Cospudener See auftauchen.
Wie geht es in dieser Sache weiter?
Heinrich: Die Bürgerinitiative verfolgt nach wie vor das Ziel, über eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Markkleeberg, das Sondergebiet am Cospudener See in Flächen für Wald und naturnahe Grünflächen um zu wandeln. Nachdem die Stadtverwaltung hier keine Fortschritte macht, wird die Bürgerinitiative wieder aktiv. Wir haben Herrn OBM Dr. Klose ein Schreiben gesendet, mit dem wir erneut unsere Zusammenarbeit bei der Überarbeitung des FNP anbieten. Wir warten nun gespannt auf seine Antwort.
Bürgerinitiative im Netz: www.buergerinitiative-cospudener-see.de
Freitag, 4. Dezember 2009
Highfield im Neuseenland: Die Gemeindeverwaltung Großpösna und die Vorbereitungen
(04_12_br) Der Störmthaler See am Südost-Ende von Leipzig, er wird die nächste große Nummer auf der Landkarte des Neuseenlandes sein. Fertig ist er noch lange nicht. Vieles erinnert hier noch an die einst von Menschenhand geschaffene Mondlandschaft. Schon im nächsten Jahr soll an seinen Ufern aber ein Musik-Festival gefeiert werden, das als das größte Ostdeutschlands gehandelt wird.
25.000 Besucher waren es, die beim letzten „Highfield“ am Thüringer Stausee Hohenfelden gezählt worden sind. Eine Zahl, die auch für die Premierenausgabe am Störmthaler See angepeilt ist. „Highfield im Neuseenland“ - ein Vorhaben, für das noch einiges an Vorarbeit zu bewerkstelligen ist. Regieführend dabei ist die Gemeindeverwaltung Großpösna. Von ihr wollten wir wissen, wie es derzeit um die Vorbereitungen steht. Die Antworten kamen von Daniel Strobel, dem Hauptamtsleiter der 6.000 Seelen zählenden Gemeinde.

"Im ersten Jahr mit mobilen Einrichtungen". Foto: Daniel Strobel
Herr Strobel, im Sommer soll das erste Highfield-Festival am Störmthaler See über die Bühne gehen - wie ist der Stand der Dinge bei den Vorbereitungen?
Strobel: Die ohnehin beabsichtigte Erschließung der Magdeborner Halbinsel für den geplanten Hafen, Campingpark und Feriendorf muss nun ein ganzes Stück schneller gehen, als wir das ursprünglich eingeplant hatten. Zur Koordination der Verwaltungen wurde eine Lenkungsgruppe ins Leben gerufen, an der u.a. die Landesdirektion, der Landkreis Leipzig, die LMBV, die Regionale Planungsstelle und das Oberbergamt beteiligt sind. Zu den ganz praktischen organisatorischen Fragen, bspw. wie die Verkehrslenkung organisiert wird, fanden schon Abstimmungsgespräche im Landratsamt Leipzig statt, an denen auch der Veranstalter beteiligt war. Alle betroffenen Ämter sind informiert und arbeiten sehr professionell an der Vorbereitung mit. Desweiteren laufen Abstimmungen, wie die touristischen Angebote im Leipziger Neuseenland für die Festivalgäste genutzt werden können.
Welche Bau- und Erschließungsmaßnahmen sind es, die bis dahin noch realisiert werden müssen?
Strobel: Ziel ist es, konzentriert und zügig an der äußeren Erschließung zu arbeiten. Im ersten Jahr soll z.T. mit mobilen Einrichtungen gearbeitet werden. Der Veranstalter wäre in der Lage, die Wasserver- und Abwasserentsorgung des Geländes vollständig mobil sicherzustellen. Der Stromanschluss muss aber auf jeden Fall 2010 bereitgestellt sein. Im Rahmen der Erschließung werden dann Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, die auf die zukünftige Nutzung (Hafen/Feriendorf/Campingpark) ausgelegt sind, das Festival aber berücksichtigen. Wie das technisch aussehen kann, wird gerade untersucht. Die Planungen für die gesamte äußere Erschließung der Magdeborner Halbinsel hat der Gemeinderat am 23.11.2009 vergeben.
Mit wievielen Besuchern rechnen Sie insgesamt?
Strobel: Der Veranstalter hat sich zum Ziel gesetzt, die Besucherzahl dieses Jahres wieder zu erreichen. Das wären 25.000 Gäste. Die Karten sind jetzt schon im Vorverkauf.
25.000 Besucher waren es, die beim letzten „Highfield“ am Thüringer Stausee Hohenfelden gezählt worden sind. Eine Zahl, die auch für die Premierenausgabe am Störmthaler See angepeilt ist. „Highfield im Neuseenland“ - ein Vorhaben, für das noch einiges an Vorarbeit zu bewerkstelligen ist. Regieführend dabei ist die Gemeindeverwaltung Großpösna. Von ihr wollten wir wissen, wie es derzeit um die Vorbereitungen steht. Die Antworten kamen von Daniel Strobel, dem Hauptamtsleiter der 6.000 Seelen zählenden Gemeinde.
"Im ersten Jahr mit mobilen Einrichtungen". Foto: Daniel Strobel
Herr Strobel, im Sommer soll das erste Highfield-Festival am Störmthaler See über die Bühne gehen - wie ist der Stand der Dinge bei den Vorbereitungen?
Strobel: Die ohnehin beabsichtigte Erschließung der Magdeborner Halbinsel für den geplanten Hafen, Campingpark und Feriendorf muss nun ein ganzes Stück schneller gehen, als wir das ursprünglich eingeplant hatten. Zur Koordination der Verwaltungen wurde eine Lenkungsgruppe ins Leben gerufen, an der u.a. die Landesdirektion, der Landkreis Leipzig, die LMBV, die Regionale Planungsstelle und das Oberbergamt beteiligt sind. Zu den ganz praktischen organisatorischen Fragen, bspw. wie die Verkehrslenkung organisiert wird, fanden schon Abstimmungsgespräche im Landratsamt Leipzig statt, an denen auch der Veranstalter beteiligt war. Alle betroffenen Ämter sind informiert und arbeiten sehr professionell an der Vorbereitung mit. Desweiteren laufen Abstimmungen, wie die touristischen Angebote im Leipziger Neuseenland für die Festivalgäste genutzt werden können.
Welche Bau- und Erschließungsmaßnahmen sind es, die bis dahin noch realisiert werden müssen?
Strobel: Ziel ist es, konzentriert und zügig an der äußeren Erschließung zu arbeiten. Im ersten Jahr soll z.T. mit mobilen Einrichtungen gearbeitet werden. Der Veranstalter wäre in der Lage, die Wasserver- und Abwasserentsorgung des Geländes vollständig mobil sicherzustellen. Der Stromanschluss muss aber auf jeden Fall 2010 bereitgestellt sein. Im Rahmen der Erschließung werden dann Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, die auf die zukünftige Nutzung (Hafen/Feriendorf/Campingpark) ausgelegt sind, das Festival aber berücksichtigen. Wie das technisch aussehen kann, wird gerade untersucht. Die Planungen für die gesamte äußere Erschließung der Magdeborner Halbinsel hat der Gemeinderat am 23.11.2009 vergeben.
Mit wievielen Besuchern rechnen Sie insgesamt?
Strobel: Der Veranstalter hat sich zum Ziel gesetzt, die Besucherzahl dieses Jahres wieder zu erreichen. Das wären 25.000 Gäste. Die Karten sind jetzt schon im Vorverkauf.
Donnerstag, 26. November 2009
Kulkwitzer See und B-Plan Nr. 232: Dr. Ilse Lauter im Interview
„Er erhitzt natürlich die Gemüter seit geraumer Zeit“, das sagt Dr. Ilse Lauter zum Bebauungsplan Nummer 232 für den Kulkwitzer See. Sie muss es wissen. Nicht nur als Stadträtin und Fraktionsvorsitzende hat sie mit diesem Vorhaben zu tun. Auch die Sorgen der Anwohner sind ihr gut bekannt, weil das ihre Nachbarn sind. Wir trafen die Grünauerin am 24. November zum Interview.
Dr. Ilse Lauter ist Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Leipziger Neuen Rathaus. Zur Historie dieses Bebauungsplanes sagt sie: „Der B-Plan 232 liegt jetzt in zweiter Variante vor, nachdem es einen Bebauungsplan 232 schon einmal 2005 gegeben hat, der aber nie den Stadtrat erfolgreich passiert hat“. Der alte Plan sei damals von der Verwaltung zurückgezogen worden. Auf die Frage, worum es dabei eigentlich geht, sagte sie im Interview: „Es geht hier um die genaue Abwägung über die Zukunft, die nachhaltige Entwicklung, des Kulkwitzer Sees. Da stehen natürlich verschiedene Interessen einander gegenüber. Die muss man sorgfältig gegeneinander abwägen.“

Da steckt Musike drin: Der Kulkwitzer See und der B-Plan 232. Interview mit Stadträtin
Dr. Ilse Lauter. Fotos Bernd Reiher
Zwei Seiten seien es, um die es dabei geht: Zum einen „natürlich die Interessen des Betreibers an einer touristischen Vermarktung“. Auf der anderen Seite gibt es für Lauter „aber genauso berechtigte Interessen der Anwohner, sei es in Grünau, Miltitz, Markranstädt oder Lausen, die natürlich ihren See, den sie seit 1975 kennen, lieben und nutzen, möglichst so behalten wollen“.
Seit Frühjahr diesen Jahres sorgt die neue Variante dieses Bebauungsplanes nun für Aufregung. Auch weil damit der Zugang zum See erschwert werden und Teile des Naherholungsgebietes verschwinden könnten. Lauter dazu: „Die Tendenz, die Ufer zuzubauen, die Wege so zu gestalten, dass man nicht überall an das Ufer kann“ sei natürlich auch für die Nutzer „so sicher nicht hinzunehmen.“ Die gelernte Pädagogin weiter: „Die Gefahr, die viele Anwohner sehen, dass immer mehr Angebote nur gegen Bezahlung zu nutzen sind, was natürlich gerade in einem Stadtteil wie Grünau, wo es viele Menschen gibt, die sich solche Dinge für sich und ihre Kinder kaum noch leisten können, ärgert die Menschen natürlich besonders.“
„Den Grünauerinnen und Grünauern würde kein Nachteil entstehen, wenn der Bebauungsplan nicht kommt. Wohl aber natürlich dem Betreiber, der dieses Gelände für viele Jahre gepachtet hat“, meinte die Grünauerin später. Dass er nötig ist, darin ist sie sich mit den Gegnern der aktuellen Version durchaus einig. „Ein Bebauungsplan macht durchaus Sinn“, sagt sie auch mit Blick auf solche Dinge wie öffentliche Toiletten oder wieder aufzubauende Spielplätze. Für Lauter sei jetzt zu klären: „Nachhaltige Entwicklung – in wessen Interesse?“ Mehr von ihr und dem Kulkwitzer See im Audio-Interview.
Größe: 7,9 MB. Länge: 8'37''. Download
Dr. Ilse Lauter ist Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Leipziger Neuen Rathaus. Zur Historie dieses Bebauungsplanes sagt sie: „Der B-Plan 232 liegt jetzt in zweiter Variante vor, nachdem es einen Bebauungsplan 232 schon einmal 2005 gegeben hat, der aber nie den Stadtrat erfolgreich passiert hat“. Der alte Plan sei damals von der Verwaltung zurückgezogen worden. Auf die Frage, worum es dabei eigentlich geht, sagte sie im Interview: „Es geht hier um die genaue Abwägung über die Zukunft, die nachhaltige Entwicklung, des Kulkwitzer Sees. Da stehen natürlich verschiedene Interessen einander gegenüber. Die muss man sorgfältig gegeneinander abwägen.“
Da steckt Musike drin: Der Kulkwitzer See und der B-Plan 232. Interview mit Stadträtin
Dr. Ilse Lauter. Fotos Bernd Reiher
Zwei Seiten seien es, um die es dabei geht: Zum einen „natürlich die Interessen des Betreibers an einer touristischen Vermarktung“. Auf der anderen Seite gibt es für Lauter „aber genauso berechtigte Interessen der Anwohner, sei es in Grünau, Miltitz, Markranstädt oder Lausen, die natürlich ihren See, den sie seit 1975 kennen, lieben und nutzen, möglichst so behalten wollen“.
Seit Frühjahr diesen Jahres sorgt die neue Variante dieses Bebauungsplanes nun für Aufregung. Auch weil damit der Zugang zum See erschwert werden und Teile des Naherholungsgebietes verschwinden könnten. Lauter dazu: „Die Tendenz, die Ufer zuzubauen, die Wege so zu gestalten, dass man nicht überall an das Ufer kann“ sei natürlich auch für die Nutzer „so sicher nicht hinzunehmen.“ Die gelernte Pädagogin weiter: „Die Gefahr, die viele Anwohner sehen, dass immer mehr Angebote nur gegen Bezahlung zu nutzen sind, was natürlich gerade in einem Stadtteil wie Grünau, wo es viele Menschen gibt, die sich solche Dinge für sich und ihre Kinder kaum noch leisten können, ärgert die Menschen natürlich besonders.“
„Den Grünauerinnen und Grünauern würde kein Nachteil entstehen, wenn der Bebauungsplan nicht kommt. Wohl aber natürlich dem Betreiber, der dieses Gelände für viele Jahre gepachtet hat“, meinte die Grünauerin später. Dass er nötig ist, darin ist sie sich mit den Gegnern der aktuellen Version durchaus einig. „Ein Bebauungsplan macht durchaus Sinn“, sagt sie auch mit Blick auf solche Dinge wie öffentliche Toiletten oder wieder aufzubauende Spielplätze. Für Lauter sei jetzt zu klären: „Nachhaltige Entwicklung – in wessen Interesse?“ Mehr von ihr und dem Kulkwitzer See im Audio-Interview.
Größe: 7,9 MB. Länge: 8'37''. Download
Montag, 23. November 2009
Zerplante Naherholung am Kulkwitzer See: Interessengemeinschaft im Interview
(23_11_br) Um ein Naherholungsgebiet ging es, als einst in den 1970er Jahren die Pläne für den Kulkwitzer See in die Tat umgesetzt worden sind. Dass sie gelungen sind, können wir heute am Ergebnis sehen. Aus dem einstigen Loch ist eine lebendige Landschaft geworden. Sie allerdings ist so attraktiv, dass es in Leipzig und Markranstädt Bemühungen gibt, diese Potenziale besser zu nutzen. „Bebauungsplan“ heißt das Wörtchen, das momentan ziemlich bedrohlich über der kleinen Idylle am Westend von Leipzig kreist. Warum sie sich trotzdem für ein solches Papier stark macht, das wollten wir von der IG Kulkwitzer See wissen. Gestoßen sind wir auf Elke Göbel, eine der Sprecherinnen der Interessengemeinschaft.

Schreibt Naherholung am Kulkwitzer See ganz groß: Elke Göbel, Sprecherin der IG. Foto: Elke Göbel, privat
Frau Göbel, wie ist die aktuelle Situation beim Kulkwitzer See?
Der Bebauungsplanentwurf (B-Plan) 232 der Stadt Leipzig wurde 2008 zum dritten Mal in fast unveränderter Form vorgestellt, um am Ostufer des Kulkwitzer Sees ein Tourismuszentrum zu etablieren. Fast 10.000 Unterschriften bringen klar zum Ausdruck, dass die Anwohner bzw. Besucher des Sees gegen diesen sehr einseitig auf Fremdtourismus abzielenden Entwurf des Bebauungsplanes sind. Mit dieser Aktion wollen wir mit der Stadt Leipzig in einen ergebnisorientierten Dialog treten. Ein B-Plan wird benötigt, damit endlich Rechtssicherheit hergestellt wird, was erlaubt ist und wie vorrangig die Interessen der Anwohner, der Naherholung und die Gegebenheiten und Werte des Sees gewahrt werden.
Der See, mit einer Vielzahl von Naturjuwelen, ist nicht nur durch die Bebauungspläne gefährdet. Taucher des Tauchsportvereins Leipziger Delphine machen seit Jahren auf eine immer rasantere Verschlechterung der Wasserqualität aufmerksam. Die aus kommerzieller Sicht hoch gelobte Wasserqualität mit großen Sichttiefen ist am Kulkwitzer See nicht mehr vorhanden.
Was gefällt Ihnen am aktuellen Bebauungsplan 232 nicht?
Die Stadtverwaltung widerspricht sich selbst. Einerseits hebt sie die Bedeutung des Naherholungsgebietes (NEG) Kulkwitzer See als einziges NEG und Stadtteilpark für den westlichen Teil Grünaus hervor. Sie weist im Planentwurf darauf hin, dass der Kulkwitzer See bedeutsam sei für wohnungsnahe Erholung. Planungsziel sei, die Naherholungsinteressen der Bewohner zu verbessern. Auch das Stadtentwicklungskonzept (SEKO) führt 2009 aus, dass auch der Kulkwitzer See zu den attraktiven Naherholungsmöglichkeiten unserer Stadt gehört.
Andererseits will die Leipziger Stadtverwaltung diese Naherholung zu Gunsten des Fern- und Eventtourismus deutlich verringern. Im B-Plan sind 13 Sondergebiete für Touristen aufgeführt. Im Umweltbericht des in Rede stehenden Planes werden seitenweise ökologische und soziale Risiken aufgeführt, die gegen diesen Plan sprechen, aber im Planentwurf werden dann keine Konsequenzen daraus gezogen.
Wo ist das Problem?
Neben der Bedeutung scheint auch die Geschichte des Sees völlig in Vergessenheit zu geraten. Nach dem Braunkohletagebau wurde 1973 das Naherholungsgebiet Kulkwitzer See eröffnet. Die Kosten betrugen von 1972 bis 1988 mehr als 35 Millionen Mark aus dem Staatshaushalt und aus Lottomitteln. Es gab z.B. 600 Strandkörbe, 100 Liegestühle – beste Voraussetzungen für Naherholung. Ein Team von knapp 70 Mitarbeitern schuf von 1969 bis 1976 die idyllische Oase am Rande Leipzigs. „Ohne die vielen Helfer, die in ihrer Freizeit an der Entstehung und Gestaltung des Erholungsgebietes mitwirkten, hätten wir das Projekt nie geschafft“, berichtete der 1. Technische Leiter, Frank Böhme, der Grün-As 2003.
In der genannten Zeit entstand von Leipzigern ein Naherholungsgebiet (NEG) für Leipziger. Am Kulkwitzer See, aber auch in seinem Hinterland, hat sich die Natur zurückerobert, was der Mensch ihr einst nahm. Der Mensch darf dieses wertvolle Gut nicht erneut zerstören. In dem derzeitigen 49-seitigen Planentwurf stehen jedoch Hotels, Ferienhäuser und Anlagen für freizeitorientierte Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe in Campingbereichen im Vordergrund.
Nach den geplanten Privatisierungen würden zum Beispiel öffentliche parkähnliche Anlagen und Wiesen an etlichen Stellen verschwinden. Geplante Ausgleichsmaßnahmen entsprechen nicht den bisherigen Erholungsflächen, sind an Stellen geplant, wo sich bereits wertvolle Natur etabliert hat oder sind zum Beispiel in einem völlig anderen Stadtteil in Großzschocher vorgesehen. Der bisherige Planentwurf hat menschlich (Bürgerfreundlichkeit) und ökologisch (naturschutzfachlich) total versagt. Deshalb haben auch so viele Bürger für einen völlig anderen B-Plan, der ihre Interessen berücksichtigt, unterschrieben.
Sie sind nicht gegen einen Bebauungsplan, Sie fordern einen neuen – was muss geändert werden?
Am Kulkwitzer See hat sich die Natur zurückerobert, was der Mensch ihr einst nahm. Der Mensch darf dieses wertvolle Gut nicht erneut zerstören. Deshalb muss der Kulkwitzer See, insbesondere auch das Ostufer, für Anwohner uneingeschränkt zugänglich und seine Natur erhalten bleiben. Es darf keine weiteren Privatisierungen und Verbauungen bisher öffentlicher Flächen geben. Die Naherholung der Grünauer und angrenzender Gemeinden muss die absolute Grundidee aller Planungen sein! Über eine sanfte touristische Nutzung, unter Beachtung der Gegebenheiten des Sees, kann man diskutieren. Der Ferntourismus als bisheriger Leitgedanke der Planungen muss vor dem Hintergrund der nun reichhaltigen Entwicklung des Neuseenlandes deutlich in den Hintergrund treten.
Die Interessengemeinschaft Kulkwitzer See erwartet von der Stadt Leipzig, dass bei der Erstellung eines Bebauungsplanes für den Kulkwitzer See die Naherholungsinteressen der Anwohner umfangreich und konkretisiert einbezogen werden. Es müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und gegen Vandalismus konkretisiert werden.
Der Erhalt der vorhandenen Anlagen und Einrichtungen zur Naherholung sowie der Wiederaufbau des Holzspielplatzes und die Schaffung von erforderlichen öffentlichen und nicht nur saisonal bedingt geöffneten Sanitäreinrichtungen müssen festgeschrieben werden. Es darf keine weiteren Privatisierungen oder Verpachtungen geben, die Voraussetzungen für ein Tourismuszentrum am Kulkwitzer See schaffen. Das Ostufer muss für Anwohner uneingeschränkt zugänglich und seine Natur erhalten bleiben.
Die weitere Gefährdung durch menschliche Ausscheidungen, übermäßig viel Vogelkot und technisch unzureichender Lösungen bei der Wasserableitung ist nicht gebannt. Auch auf diese Problematiken sollte ein B-Plan im Rahmen seiner Möglichkeiten Antworten geben. Risiken dürfen nicht nur genannt, sondern müssen ausgeräumt werden. Sonst stehen in absehbarer Zeit Fischsterben und Badeverbot ähnlich wie am Leipziger Auensee auch am Kulkwitzer See auf der Tagesordnung!
Wie geht es mit Ihrer Initiative weiter, was sind Ihre nächsten Vorhaben?
Der Kulkwitzer See ist einer der wichtigsten Vorteile, in Grünau zu wohnen. Entwickelt sich der See zum Tourismuszentrum, entfällt dieser wichtige Vorteil. Am 21.09.2009 wurden deshalb von der IG zur Quartiersratssitzung den Grünauer Stadträten 6 Fragen zum Naherholungsgebiet Kulkwitzer See übergeben, um die Zusammenarbeit mit den Stadträten zu vertiefen. Zur Zeit bestehen unsere Aufgaben und Vorbereitungen darin, mit den Stadträten Kontakt aufzunehmen, um gemeinsam mit ihnen klar und deutlich die Interessen der Anwohner am NEG Kulkwitzer See gegenüber der Stadtverwaltung zu vertreten.
Da wir nur den einen See gemeinsam haben, stehen die IG Kulkwitzer See aus Leipzig und die BI Pro Kulki aus Markranstädt in engem Kontakt und fordern auch von den Politikern und Verwaltungen beider Seiten eine ganzheitliche Betrachtung des Sees.
Mehr Interessengemeinschaft Kulkwitzer See: www.kulkwitzersee.com
Schreibt Naherholung am Kulkwitzer See ganz groß: Elke Göbel, Sprecherin der IG. Foto: Elke Göbel, privat
Frau Göbel, wie ist die aktuelle Situation beim Kulkwitzer See?
Der Bebauungsplanentwurf (B-Plan) 232 der Stadt Leipzig wurde 2008 zum dritten Mal in fast unveränderter Form vorgestellt, um am Ostufer des Kulkwitzer Sees ein Tourismuszentrum zu etablieren. Fast 10.000 Unterschriften bringen klar zum Ausdruck, dass die Anwohner bzw. Besucher des Sees gegen diesen sehr einseitig auf Fremdtourismus abzielenden Entwurf des Bebauungsplanes sind. Mit dieser Aktion wollen wir mit der Stadt Leipzig in einen ergebnisorientierten Dialog treten. Ein B-Plan wird benötigt, damit endlich Rechtssicherheit hergestellt wird, was erlaubt ist und wie vorrangig die Interessen der Anwohner, der Naherholung und die Gegebenheiten und Werte des Sees gewahrt werden.
Der See, mit einer Vielzahl von Naturjuwelen, ist nicht nur durch die Bebauungspläne gefährdet. Taucher des Tauchsportvereins Leipziger Delphine machen seit Jahren auf eine immer rasantere Verschlechterung der Wasserqualität aufmerksam. Die aus kommerzieller Sicht hoch gelobte Wasserqualität mit großen Sichttiefen ist am Kulkwitzer See nicht mehr vorhanden.
Was gefällt Ihnen am aktuellen Bebauungsplan 232 nicht?
Die Stadtverwaltung widerspricht sich selbst. Einerseits hebt sie die Bedeutung des Naherholungsgebietes (NEG) Kulkwitzer See als einziges NEG und Stadtteilpark für den westlichen Teil Grünaus hervor. Sie weist im Planentwurf darauf hin, dass der Kulkwitzer See bedeutsam sei für wohnungsnahe Erholung. Planungsziel sei, die Naherholungsinteressen der Bewohner zu verbessern. Auch das Stadtentwicklungskonzept (SEKO) führt 2009 aus, dass auch der Kulkwitzer See zu den attraktiven Naherholungsmöglichkeiten unserer Stadt gehört.
Andererseits will die Leipziger Stadtverwaltung diese Naherholung zu Gunsten des Fern- und Eventtourismus deutlich verringern. Im B-Plan sind 13 Sondergebiete für Touristen aufgeführt. Im Umweltbericht des in Rede stehenden Planes werden seitenweise ökologische und soziale Risiken aufgeführt, die gegen diesen Plan sprechen, aber im Planentwurf werden dann keine Konsequenzen daraus gezogen.
Wo ist das Problem?
Neben der Bedeutung scheint auch die Geschichte des Sees völlig in Vergessenheit zu geraten. Nach dem Braunkohletagebau wurde 1973 das Naherholungsgebiet Kulkwitzer See eröffnet. Die Kosten betrugen von 1972 bis 1988 mehr als 35 Millionen Mark aus dem Staatshaushalt und aus Lottomitteln. Es gab z.B. 600 Strandkörbe, 100 Liegestühle – beste Voraussetzungen für Naherholung. Ein Team von knapp 70 Mitarbeitern schuf von 1969 bis 1976 die idyllische Oase am Rande Leipzigs. „Ohne die vielen Helfer, die in ihrer Freizeit an der Entstehung und Gestaltung des Erholungsgebietes mitwirkten, hätten wir das Projekt nie geschafft“, berichtete der 1. Technische Leiter, Frank Böhme, der Grün-As 2003.
In der genannten Zeit entstand von Leipzigern ein Naherholungsgebiet (NEG) für Leipziger. Am Kulkwitzer See, aber auch in seinem Hinterland, hat sich die Natur zurückerobert, was der Mensch ihr einst nahm. Der Mensch darf dieses wertvolle Gut nicht erneut zerstören. In dem derzeitigen 49-seitigen Planentwurf stehen jedoch Hotels, Ferienhäuser und Anlagen für freizeitorientierte Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe in Campingbereichen im Vordergrund.
Nach den geplanten Privatisierungen würden zum Beispiel öffentliche parkähnliche Anlagen und Wiesen an etlichen Stellen verschwinden. Geplante Ausgleichsmaßnahmen entsprechen nicht den bisherigen Erholungsflächen, sind an Stellen geplant, wo sich bereits wertvolle Natur etabliert hat oder sind zum Beispiel in einem völlig anderen Stadtteil in Großzschocher vorgesehen. Der bisherige Planentwurf hat menschlich (Bürgerfreundlichkeit) und ökologisch (naturschutzfachlich) total versagt. Deshalb haben auch so viele Bürger für einen völlig anderen B-Plan, der ihre Interessen berücksichtigt, unterschrieben.
Sie sind nicht gegen einen Bebauungsplan, Sie fordern einen neuen – was muss geändert werden?
Am Kulkwitzer See hat sich die Natur zurückerobert, was der Mensch ihr einst nahm. Der Mensch darf dieses wertvolle Gut nicht erneut zerstören. Deshalb muss der Kulkwitzer See, insbesondere auch das Ostufer, für Anwohner uneingeschränkt zugänglich und seine Natur erhalten bleiben. Es darf keine weiteren Privatisierungen und Verbauungen bisher öffentlicher Flächen geben. Die Naherholung der Grünauer und angrenzender Gemeinden muss die absolute Grundidee aller Planungen sein! Über eine sanfte touristische Nutzung, unter Beachtung der Gegebenheiten des Sees, kann man diskutieren. Der Ferntourismus als bisheriger Leitgedanke der Planungen muss vor dem Hintergrund der nun reichhaltigen Entwicklung des Neuseenlandes deutlich in den Hintergrund treten.
Die Interessengemeinschaft Kulkwitzer See erwartet von der Stadt Leipzig, dass bei der Erstellung eines Bebauungsplanes für den Kulkwitzer See die Naherholungsinteressen der Anwohner umfangreich und konkretisiert einbezogen werden. Es müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und gegen Vandalismus konkretisiert werden.
Der Erhalt der vorhandenen Anlagen und Einrichtungen zur Naherholung sowie der Wiederaufbau des Holzspielplatzes und die Schaffung von erforderlichen öffentlichen und nicht nur saisonal bedingt geöffneten Sanitäreinrichtungen müssen festgeschrieben werden. Es darf keine weiteren Privatisierungen oder Verpachtungen geben, die Voraussetzungen für ein Tourismuszentrum am Kulkwitzer See schaffen. Das Ostufer muss für Anwohner uneingeschränkt zugänglich und seine Natur erhalten bleiben.
Die weitere Gefährdung durch menschliche Ausscheidungen, übermäßig viel Vogelkot und technisch unzureichender Lösungen bei der Wasserableitung ist nicht gebannt. Auch auf diese Problematiken sollte ein B-Plan im Rahmen seiner Möglichkeiten Antworten geben. Risiken dürfen nicht nur genannt, sondern müssen ausgeräumt werden. Sonst stehen in absehbarer Zeit Fischsterben und Badeverbot ähnlich wie am Leipziger Auensee auch am Kulkwitzer See auf der Tagesordnung!
Wie geht es mit Ihrer Initiative weiter, was sind Ihre nächsten Vorhaben?
Der Kulkwitzer See ist einer der wichtigsten Vorteile, in Grünau zu wohnen. Entwickelt sich der See zum Tourismuszentrum, entfällt dieser wichtige Vorteil. Am 21.09.2009 wurden deshalb von der IG zur Quartiersratssitzung den Grünauer Stadträten 6 Fragen zum Naherholungsgebiet Kulkwitzer See übergeben, um die Zusammenarbeit mit den Stadträten zu vertiefen. Zur Zeit bestehen unsere Aufgaben und Vorbereitungen darin, mit den Stadträten Kontakt aufzunehmen, um gemeinsam mit ihnen klar und deutlich die Interessen der Anwohner am NEG Kulkwitzer See gegenüber der Stadtverwaltung zu vertreten.
Da wir nur den einen See gemeinsam haben, stehen die IG Kulkwitzer See aus Leipzig und die BI Pro Kulki aus Markranstädt in engem Kontakt und fordern auch von den Politikern und Verwaltungen beider Seiten eine ganzheitliche Betrachtung des Sees.
Mehr Interessengemeinschaft Kulkwitzer See: www.kulkwitzersee.com
Sonntag, 15. November 2009
Wildes Wasser Auenhain: Saisonabschluss im Kanupark
(Archiv_15_11_br) Der Kanupark hat Schluss gemacht – zumindest für dieses Jahr. Die Saison auf der Wasserbahn ist beendet. Weiter geht es im Frühjahr 2010. Die dritte Saison ist es, die damit zu Ende geht. Einer der außersportlichen Höhepunkte dieses Jahres 2009 war ein Mittsommernachtskonzert, das am 20. Juni mit den Westsächsischen Symphonikern erstmals über die Bühne gegangen ist.
4,9 Millionen Euro Bundesmittel sind einst in diesen Bau geflossen. Der Spatenstich für die Anlage erfolgte im April 2005. Der Probebetrieb wurde im Jahr 2006 gestartet. Im November folgte die Schlüsselübergabe. Eröffnet wurde der Betonkanal schließlich am 15. April 2007. Was bis dahin entstand, war eine Anlage mit zwei unabhängigen Strecken von 130 beziehungsweise 270 Metern. Beide, damals noch mit Blick auf Olympia, auch für den Kanu-Spitzensport geplant. Mittlerweile spielt auch der Freizeitsport auf dieser Anlage eine wichtige
Rolle.

Mit Spitzensport und Freizeithelden: Kanupark Markkleeberg. Foto: BR
„Der Kanupark am Markkleeberger See ist die modernste Wildwasseranlage in Europa“, heißt es auf kanupark-markkleeberg.de. „Er wurde im Zuge der Leipziger Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 geplant.“ Diese Blase ist bekanntlich geplatzt. Damit hatte sich der Kanupark schon frühzeitig um andere Ziele zu kümmern.
Eine Negativliste war es, auf der die Anlage im November 2008 auftauchte. Sie war Teil eines Berichtes des Sächsischen Landesrechnungshofes. Die Prüfer stellten darin fest, dass das sächsische Kultusministerium „den Bau ohne eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gefördert“ habe. Zudem habe das Haus ein „erhebliches Landesinteresse an der Anlage“ nicht nachweisen können. Den Buchprüfern zufolge hätte der Bau der Kanu-Anlage vom Kultusministerium nicht gefördert werden dürfen. Trotzdem steht die Anlage seit nunmehr knapp vier Jahren am Markkleeberger See. Sieht man die aktuellen Zahlen, scheint das auch im Jahr 2009 nicht gänzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen zu sein.
300.000 Gäste wurden in diesem Jahr im Kanupark gezählt. 40.000 mehrals noch im Jahr 2008. Steigerungen ebenfalls bei den Nutzern im Freizeitbereich. 15.300 waren es im Vorjahr. Stolze 18.500 in dieser Saison. Deutlich geringer allerdings die Zahl der Vereinssportler, die 2009 zum Trainieren kamen. Rund 1.000 waren es in diesem Jahr. 1.500 wurden dagegen im Jahr 2008 gezählt. Erklärung dafür laut Manager Christoph Kirsten: „Der Rückgang lässt sich anhand der Ausrichtung der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften 2008 und dem damit verbundenen höheren Trainingsaufkommen im Jahr 2008 erklären. Zur Zahl der Spitzensportler im Kanupark sagte Kirsten der L-IZ: „In beiden Jahren war die gesamte deutsche Nationalmannschaft bzw. alle Kaderathleten (ca. 100) im Kanu-Slalom mehrmals zu Gast im Kanupark Markkleeberg. Insbesondere 2009 konnte durch die Durchführung von zwei international hochkarätig besetzten Wettkampfveranstaltungen der Anteil der internationalen Spitzensportler deutlich gesteigert werden.“
Auch wettkampftechnisch sah es gut aus im Jahr 2009. Beim Internationalen Frühjahrsrennen wurden 230 Starter aus neun Nationen gezählt. 200 DKV-Sportler waren es bei der EM-Qualifikation. Die Landes-Jugendspiele brachten 80 Starter im Nachwuchsbereich auf die Anlage. Höhepunkt in diesem Jahr: die German Open 2009 ICF Ranking Series. Sie brachten 260 Starter aus 20 Nationen in den Kanupark.
Zum Vergleich das Jahr 2008: Beim Frühjahrsrennen wurden damals 200 Starter gezählt, die Olympia-Qualifikationen brachten letztes Jahr 180 DKV-Sportler nach Auenhain, zu den Deutschen Jugend- und Junioren-Meisterschaften kamen 160 Starter und an den World Series German Open 2008 haben sich 120 Starter aus 8 Nationen beteiligt.
Auch der Plan für die kommende Saison ist schon ziemlich konkret. Am 2. und 3. April geht das Internationale Frühjahrsrennen über die Bühne. Am 24. und 25. April werden WM-Qualifikationen ausgetragen. Für die Tage vom 4. bis zum 8. August haben sich die Junioren- und U23-Europameisterschaften angemeldet.
Auf der Liste der Eigenveranstaltungen steht im Jahr 2010 die Saisoneröffnung am 2. Mai ganz oben. Für den 22. August ist das nächste Pappbootrennen geplant. Auch das Angebot für den Freizeitsport wird sich 2010 nicht verstecken müssen. Wildwasser-Rafting, Power-Rafting und Nacht-Rafting sind geplant. Außerdem finden sich Wildwasser-Kajak-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Programm. Neu auf dem Zettel des Kanuparks für das Jahr 2010: Hydrospeed-Kurse. Sie werden Bestandteil der mittlerweile vierten Saison dieser Anlage unterhalb des Örtchens Auenhain sein.
www.kanupark-markkleeberg.com
4,9 Millionen Euro Bundesmittel sind einst in diesen Bau geflossen. Der Spatenstich für die Anlage erfolgte im April 2005. Der Probebetrieb wurde im Jahr 2006 gestartet. Im November folgte die Schlüsselübergabe. Eröffnet wurde der Betonkanal schließlich am 15. April 2007. Was bis dahin entstand, war eine Anlage mit zwei unabhängigen Strecken von 130 beziehungsweise 270 Metern. Beide, damals noch mit Blick auf Olympia, auch für den Kanu-Spitzensport geplant. Mittlerweile spielt auch der Freizeitsport auf dieser Anlage eine wichtige
Rolle.
Mit Spitzensport und Freizeithelden: Kanupark Markkleeberg. Foto: BR
„Der Kanupark am Markkleeberger See ist die modernste Wildwasseranlage in Europa“, heißt es auf kanupark-markkleeberg.de. „Er wurde im Zuge der Leipziger Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 geplant.“ Diese Blase ist bekanntlich geplatzt. Damit hatte sich der Kanupark schon frühzeitig um andere Ziele zu kümmern.
Eine Negativliste war es, auf der die Anlage im November 2008 auftauchte. Sie war Teil eines Berichtes des Sächsischen Landesrechnungshofes. Die Prüfer stellten darin fest, dass das sächsische Kultusministerium „den Bau ohne eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gefördert“ habe. Zudem habe das Haus ein „erhebliches Landesinteresse an der Anlage“ nicht nachweisen können. Den Buchprüfern zufolge hätte der Bau der Kanu-Anlage vom Kultusministerium nicht gefördert werden dürfen. Trotzdem steht die Anlage seit nunmehr knapp vier Jahren am Markkleeberger See. Sieht man die aktuellen Zahlen, scheint das auch im Jahr 2009 nicht gänzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen zu sein.
300.000 Gäste wurden in diesem Jahr im Kanupark gezählt. 40.000 mehrals noch im Jahr 2008. Steigerungen ebenfalls bei den Nutzern im Freizeitbereich. 15.300 waren es im Vorjahr. Stolze 18.500 in dieser Saison. Deutlich geringer allerdings die Zahl der Vereinssportler, die 2009 zum Trainieren kamen. Rund 1.000 waren es in diesem Jahr. 1.500 wurden dagegen im Jahr 2008 gezählt. Erklärung dafür laut Manager Christoph Kirsten: „Der Rückgang lässt sich anhand der Ausrichtung der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften 2008 und dem damit verbundenen höheren Trainingsaufkommen im Jahr 2008 erklären. Zur Zahl der Spitzensportler im Kanupark sagte Kirsten der L-IZ: „In beiden Jahren war die gesamte deutsche Nationalmannschaft bzw. alle Kaderathleten (ca. 100) im Kanu-Slalom mehrmals zu Gast im Kanupark Markkleeberg. Insbesondere 2009 konnte durch die Durchführung von zwei international hochkarätig besetzten Wettkampfveranstaltungen der Anteil der internationalen Spitzensportler deutlich gesteigert werden.“
Auch wettkampftechnisch sah es gut aus im Jahr 2009. Beim Internationalen Frühjahrsrennen wurden 230 Starter aus neun Nationen gezählt. 200 DKV-Sportler waren es bei der EM-Qualifikation. Die Landes-Jugendspiele brachten 80 Starter im Nachwuchsbereich auf die Anlage. Höhepunkt in diesem Jahr: die German Open 2009 ICF Ranking Series. Sie brachten 260 Starter aus 20 Nationen in den Kanupark.
Zum Vergleich das Jahr 2008: Beim Frühjahrsrennen wurden damals 200 Starter gezählt, die Olympia-Qualifikationen brachten letztes Jahr 180 DKV-Sportler nach Auenhain, zu den Deutschen Jugend- und Junioren-Meisterschaften kamen 160 Starter und an den World Series German Open 2008 haben sich 120 Starter aus 8 Nationen beteiligt.
Auch der Plan für die kommende Saison ist schon ziemlich konkret. Am 2. und 3. April geht das Internationale Frühjahrsrennen über die Bühne. Am 24. und 25. April werden WM-Qualifikationen ausgetragen. Für die Tage vom 4. bis zum 8. August haben sich die Junioren- und U23-Europameisterschaften angemeldet.
Auf der Liste der Eigenveranstaltungen steht im Jahr 2010 die Saisoneröffnung am 2. Mai ganz oben. Für den 22. August ist das nächste Pappbootrennen geplant. Auch das Angebot für den Freizeitsport wird sich 2010 nicht verstecken müssen. Wildwasser-Rafting, Power-Rafting und Nacht-Rafting sind geplant. Außerdem finden sich Wildwasser-Kajak-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene im Programm. Neu auf dem Zettel des Kanuparks für das Jahr 2010: Hydrospeed-Kurse. Sie werden Bestandteil der mittlerweile vierten Saison dieser Anlage unterhalb des Örtchens Auenhain sein.
www.kanupark-markkleeberg.com
Samstag, 14. November 2009
Es brennt die Luft in Markranstädt: Karl Heyde und die jüngsten Vorfälle am Kulkwitzer See
Er hat es des öfteren in die Schlagzeilen geschafft, der Kulkwitzer See am West-End von Leipzig in diesem Jahr 2009. Für die Leipziger Seite war ein Bebauungsplan aufgetaucht, der so schon einmal zurück in die Giftschränke verwiesen worden ist. Auch in Markranstädt hat man in die Pläne zur weiteren Bebauung konkretisiert.

Hochtrabende Pläne von vielen Seiten: der Kulkwitzer See von Südosten aus
gesehen. Fotos: Bernd Reiher
Hier sind für das Westufer des kleinen Gewässers weitere Flächen unter anderem für Eigenheime im Gespräch. Die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Es kam zur Sondersitzung. Dabei ging es auch um zu erhaltende Wiesen, die seit Mitte der 90er Jahre aus ehemaligen Feldern entstanden waren. Just am Folgetag dieser Besprechung wurden die aber dummerweise umgepflügt. Mehr dazu im Interview mit Karl Heyde vom NaBu-Stadtverband Leipzig.
Größe: 7,8 MB. Länge: 8'31''. Download
Hochtrabende Pläne von vielen Seiten: der Kulkwitzer See von Südosten aus
gesehen. Fotos: Bernd Reiher
Hier sind für das Westufer des kleinen Gewässers weitere Flächen unter anderem für Eigenheime im Gespräch. Die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Es kam zur Sondersitzung. Dabei ging es auch um zu erhaltende Wiesen, die seit Mitte der 90er Jahre aus ehemaligen Feldern entstanden waren. Just am Folgetag dieser Besprechung wurden die aber dummerweise umgepflügt. Mehr dazu im Interview mit Karl Heyde vom NaBu-Stadtverband Leipzig.
Größe: 7,8 MB. Länge: 8'31''. Download
Freitag, 13. November 2009
Nomen est omen: Vom Markenschutz im Leipziger Neuseenland
(13_11_br) Die Wortkombination “einvernehmliche Lösung“ kann eine verfängliche sein. Sie deutet Kompromissbereitschaft an, blendet aber aus, dass es doch irgendwo gelassene Federn geben muss. “Einvernehmliche Lösungen“ werden gesucht, wenn Arbeitsverhältnisse gekündigt werden oder Geschäftsbeziehungen ihrem Ende entgegensehen.
Manchmal werden sie aber auch vorgeschlagen, wenn es um Markenrechte geht. So geschehen in den letzten Oktobertagen des Jahres 2009. Da hat sich der Leipziger Neuseenland e. V. per Post aufgemacht, anderen Nutzern dieses neuen Namens “einvernehmliche Lösungen“ bei der Klärung dieser Gleichheit anzubieten. Grund: der Verein ist seit April Inhaber der Wortmarke “Neuseenland“. Er wolle jetzt eine “Neuordnung der Berechtigungen zur Verwendung“ der Marke vornehmen.
Scheinbar allen Projekten, die diesen Namen irgendwie mit sich führen, hat er die Suche nach “einvernehmlichen Lösungen“ angeboten und sie zu Gesprächen eingeladen. Dummerweise waren auch einige Unternehmungen dabei, für die es eigentlich keine Lösung braucht. Schließlich sind die Rechte auch dieses Markeninhabers nur beschränkt. Ein Hinweis darauf allerdings fehlte nicht nur bei ihnen, sondern bei allen Adressaten, die diese Post erhielten.
“Markenschutz für einen Landstrich, von dem andere vertrieben wurden“, hieß es dazu am 31. Oktober bei radioneuseenland.de. Mehr Informationen über die Hintergründe kamen jetzt aus dem Deutschen Patent- und Markenamt DPMA selbst. Das ist in München angesiedelt. Barbara Preißner ist die Leiterin der Abteilung Marken und Muster und hat uns die Antworten auf ein paar Fragen geschickt.

"Unter Umständen Löschung": Barbara Preißner zum Markenschutz für das Leipziger Neuseenland. Fotos: DPMA/Reiher
Frau Preißner, in der Region Leipzig entwickelt sich ein Markenstreit um die Wortmarke "Neuseenland". Das aber ist ein Name, der für diese neue Landschaft mittlerweile auch von der Allgemeinheit verwendet wird. Welche Rechte hat der Markeninhaber, über die Verwendung eines solchen allgemeinen Begriffes zu bestimmen?
Preißner: Ist eine Marke in das Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) eingetragen worden, so steht dem Markeninhaber ein ausschließliches Recht zu, sie zu benutzen und darüber zu verfügen. Dieses Recht bezieht sich allerdings grundsätzlich nur auf die Verwendung der Marke für bestimmte Waren oder Dienstleistungen, die der Markeninhaber schon mit der Anmeldung hat benennen müssen. Welche Waren und Dienstleistungen dies im Einzelfalle sind, kann man dem Register entnehmen, in das jedermann Einblick nehmen kann. Der Markeninhaber ist hingegen nicht befugt, generell zu bestimmen, ob und wie ein Begriff losgelöst von den eingetragenen Waren und Dienstleistungen zu verwenden ist.
Einzelheiten zum ausschließlichen Recht des Markeninhabers ergeben sich aus dem Markengesetz. Anderen Personen als dem Markeninhaber ist es danach untersagt, ohne dessen Zustimmung im geschäftlichen Verkehr solche Zeichen zu benutzen, die man mit der eingetragenen Marke verwechseln könnte. Beispielsweise darf man derartige Zeichen nicht auf Waren oder einer Warenverpackung anbringen; man darf unter diesen Zeichen Waren weder anbieten noch in den Verkehr bringen, darf sie weder ein- noch ausführen. Auch in Geschäftspapieren oder zum Beispiel in der Werbung darf man das Zeichen dann nicht benutzen.
Verletzt jemand das ausschließliche Recht aus der eingetragenen Marke, so kann der Markeninhaber von ihm die Unterlassung verlangen und unter bestimmten Umständen auch Schadensersatz fordern. Darüber hinaus kann er in einem solchen Falle gegebenenfalls durchsetzen, dass widerrechtlich gekennzeichnete Gegenstände, die sich im Besitz oder Eigentum des Verletzers befinden, vernichtet werden. Auch Auskunftsansprüche stehen ihm zu.
Es gibt Sportvereine, Neuseenland-Schäferhunde und ein Radio Neuseenland, niemand ist bisher auf die bestehende Wortmarke hingewiesen worden – müssen jetzt alle Projekte umbenannt werden, die den Namen Neuseenland gewählt haben?
Preißner: Zunächst einmal kommt es darauf an, ob ein Zeichen tatsächlich für die Waren oder Dienstleistungen benutzt wird, für die die fragliche Marke auch eingetragen worden ist. Die Benutzung für andersartige Waren oder Dienstleistungen kann trotz der Markeneintragung weiterhin frei sein. Außerdem unterliegt der Markenschutz bestimmten Schranken, die sich wiederum aus dem Markengesetz ergeben. So kann der Markeninhaber beispielsweise einer anderen Person nicht untersagen, im geschäftlichen Verkehr ein mit der Marke identisches oder ähnliches Zeichen als beschreibende Angabe für Waren oder Dienstleistungen einzusetzen, sofern die Benutzung nicht gegen die guten Sitten verstößt. Auch kann der Markeninhaber seine Rechte unter Umständen nicht mehr geltend machen, wenn er seine Marke über einen längeren Zeitraum hinweg nicht benutzt hat.
Wenn jemand meint, dass eine Marke gar nicht erst hätte eingetragen werden dürfen, kann er unter bestimmten, im Gesetz geregelten Voraussetzungen die Löschung dieser Marke beim DPMA beantragen. Abgesehen davon mag eine andere Person über ein älteres Recht verfügen, das dem Recht aus der Marke vorgeht; dabei muss es sich nicht unbedingt um eine eingetragene Marke handeln.
Der Inhaber der Marke bemüht sich momentan um Lösungen mit denen, die diesen Namen ebenfalls nutzen - welche Pflichten und welche Rechte haben sie gegenüber dem Inhaber der Wortmarke?
Preißner: Soweit sich ein Markeninhaber und andere Nutzer einer bestimmten Bezeichnung über die Art und Weise der Benutzung einigen, ergeben sich ihre Rechte und Pflichten in erster Linie aus ihren vertraglichen Vereinbarungen.
Neuseenland und DPMA im Netz: http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/1839520/300823452/DE
Manchmal werden sie aber auch vorgeschlagen, wenn es um Markenrechte geht. So geschehen in den letzten Oktobertagen des Jahres 2009. Da hat sich der Leipziger Neuseenland e. V. per Post aufgemacht, anderen Nutzern dieses neuen Namens “einvernehmliche Lösungen“ bei der Klärung dieser Gleichheit anzubieten. Grund: der Verein ist seit April Inhaber der Wortmarke “Neuseenland“. Er wolle jetzt eine “Neuordnung der Berechtigungen zur Verwendung“ der Marke vornehmen.
Scheinbar allen Projekten, die diesen Namen irgendwie mit sich führen, hat er die Suche nach “einvernehmlichen Lösungen“ angeboten und sie zu Gesprächen eingeladen. Dummerweise waren auch einige Unternehmungen dabei, für die es eigentlich keine Lösung braucht. Schließlich sind die Rechte auch dieses Markeninhabers nur beschränkt. Ein Hinweis darauf allerdings fehlte nicht nur bei ihnen, sondern bei allen Adressaten, die diese Post erhielten.
“Markenschutz für einen Landstrich, von dem andere vertrieben wurden“, hieß es dazu am 31. Oktober bei radioneuseenland.de. Mehr Informationen über die Hintergründe kamen jetzt aus dem Deutschen Patent- und Markenamt DPMA selbst. Das ist in München angesiedelt. Barbara Preißner ist die Leiterin der Abteilung Marken und Muster und hat uns die Antworten auf ein paar Fragen geschickt.
"Unter Umständen Löschung": Barbara Preißner zum Markenschutz für das Leipziger Neuseenland. Fotos: DPMA/Reiher
Frau Preißner, in der Region Leipzig entwickelt sich ein Markenstreit um die Wortmarke "Neuseenland". Das aber ist ein Name, der für diese neue Landschaft mittlerweile auch von der Allgemeinheit verwendet wird. Welche Rechte hat der Markeninhaber, über die Verwendung eines solchen allgemeinen Begriffes zu bestimmen?
Preißner: Ist eine Marke in das Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) eingetragen worden, so steht dem Markeninhaber ein ausschließliches Recht zu, sie zu benutzen und darüber zu verfügen. Dieses Recht bezieht sich allerdings grundsätzlich nur auf die Verwendung der Marke für bestimmte Waren oder Dienstleistungen, die der Markeninhaber schon mit der Anmeldung hat benennen müssen. Welche Waren und Dienstleistungen dies im Einzelfalle sind, kann man dem Register entnehmen, in das jedermann Einblick nehmen kann. Der Markeninhaber ist hingegen nicht befugt, generell zu bestimmen, ob und wie ein Begriff losgelöst von den eingetragenen Waren und Dienstleistungen zu verwenden ist.
Einzelheiten zum ausschließlichen Recht des Markeninhabers ergeben sich aus dem Markengesetz. Anderen Personen als dem Markeninhaber ist es danach untersagt, ohne dessen Zustimmung im geschäftlichen Verkehr solche Zeichen zu benutzen, die man mit der eingetragenen Marke verwechseln könnte. Beispielsweise darf man derartige Zeichen nicht auf Waren oder einer Warenverpackung anbringen; man darf unter diesen Zeichen Waren weder anbieten noch in den Verkehr bringen, darf sie weder ein- noch ausführen. Auch in Geschäftspapieren oder zum Beispiel in der Werbung darf man das Zeichen dann nicht benutzen.
Verletzt jemand das ausschließliche Recht aus der eingetragenen Marke, so kann der Markeninhaber von ihm die Unterlassung verlangen und unter bestimmten Umständen auch Schadensersatz fordern. Darüber hinaus kann er in einem solchen Falle gegebenenfalls durchsetzen, dass widerrechtlich gekennzeichnete Gegenstände, die sich im Besitz oder Eigentum des Verletzers befinden, vernichtet werden. Auch Auskunftsansprüche stehen ihm zu.
Es gibt Sportvereine, Neuseenland-Schäferhunde und ein Radio Neuseenland, niemand ist bisher auf die bestehende Wortmarke hingewiesen worden – müssen jetzt alle Projekte umbenannt werden, die den Namen Neuseenland gewählt haben?
Preißner: Zunächst einmal kommt es darauf an, ob ein Zeichen tatsächlich für die Waren oder Dienstleistungen benutzt wird, für die die fragliche Marke auch eingetragen worden ist. Die Benutzung für andersartige Waren oder Dienstleistungen kann trotz der Markeneintragung weiterhin frei sein. Außerdem unterliegt der Markenschutz bestimmten Schranken, die sich wiederum aus dem Markengesetz ergeben. So kann der Markeninhaber beispielsweise einer anderen Person nicht untersagen, im geschäftlichen Verkehr ein mit der Marke identisches oder ähnliches Zeichen als beschreibende Angabe für Waren oder Dienstleistungen einzusetzen, sofern die Benutzung nicht gegen die guten Sitten verstößt. Auch kann der Markeninhaber seine Rechte unter Umständen nicht mehr geltend machen, wenn er seine Marke über einen längeren Zeitraum hinweg nicht benutzt hat.
Wenn jemand meint, dass eine Marke gar nicht erst hätte eingetragen werden dürfen, kann er unter bestimmten, im Gesetz geregelten Voraussetzungen die Löschung dieser Marke beim DPMA beantragen. Abgesehen davon mag eine andere Person über ein älteres Recht verfügen, das dem Recht aus der Marke vorgeht; dabei muss es sich nicht unbedingt um eine eingetragene Marke handeln.
Der Inhaber der Marke bemüht sich momentan um Lösungen mit denen, die diesen Namen ebenfalls nutzen - welche Pflichten und welche Rechte haben sie gegenüber dem Inhaber der Wortmarke?
Preißner: Soweit sich ein Markeninhaber und andere Nutzer einer bestimmten Bezeichnung über die Art und Weise der Benutzung einigen, ergeben sich ihre Rechte und Pflichten in erster Linie aus ihren vertraglichen Vereinbarungen.
Neuseenland und DPMA im Netz: http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/1839520/300823452/DE
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