Freitag, 12. Juni 2009

Sommernachtskonzert im Kanupark: Ralph von Rauchhaupt und der letzte Stand der Dinge

Am 20. Juni gibt es eine Premiere in Markkleebergs Kulturkalender: im Kanupark wird erstmals ein Mitt-Sommernachtskonzert über die Bühne gehen. Filmmusiken aus "Herr der Ringe", „Harry Potter“, „Mission impossible“, "Forrest Gump" und "James Bond 007" stehen auf dem Programm.

Ausführende werden die Kulturraummusiker des Westsächsischen Symphonieorchesters sein. Als Dirigent hat sich der neue Chef des Klangkörpers, Frank-Michael Erben, angekündigt. Was genau an diesem Abend zu erwarten ist, besprachen wir mit Markkleebergs Referatsleiter für Kultur, Ralph von Rauchhaupt.


Größe: 2,5 MB. Download

Montag, 8. Juni 2009

Dame vom Grill: "Zierlich Manierlich" zwischen Elsterbecken und Richard-Wagner-Hain

Groß ist es geworden, das Getöse um die zukünftige Wasserstadt Leipzig. Fast wöchentlich gibt es Meldungen von neuen Erfolgen. Häfen werden eröffnet und Strände fertiggestellt. Seen werden bebaut und neue Projekte vorgestellt. Fast vergessen wird dabei, dass die schönste aller messestädtischen Uferpromenaden noch immer am Rand des Leipziger Stadtzentrums zu finden ist. Sie vereint westsächsischen Metropolentrubel mit dem Charme von wassernaher Natur und wurde schon vor Jahrzehnten Richard-Wagner-Hain getauft.

Das Areal findet sich westlich der DHfK, nördlich des Palmengartenwehres. Hier wird gejoggt, geflirtet, gelernt, gepicknickt und flaniert. Einmal im Jahr kommt der Hörspielsommer vorbei. Veranstaltungstechnisch passiert ansonsten hier nicht viel. Die Architektur funktioniert von selbst und lockt auch ohne Event-Maschinerie.


Kleinod mit Bio von April bis Oktober: "ZierlichManierlich" am Elsterbecken. Fotos: Bernd Reiher

Eine aber, die es dezent geschafft hat, diesem sensiblen Lebensraum zwischen Großstadt und Natur eine neue Farbe zu verleihen, ist Rebecca-Maria Salentin. Die Ex-Dürenerin ist im wahren Leben als Buch-Autorin unterwegs und im Richard-Wagner-Hain seit Kurzem mit einer Imbiss-Bude namens „ZierlichManierlich“ zu finden. Eis, Kaffee, Knacker und Kuchen sind im Angebot. Alles meist Bio und aus der Region.

Ihr ehemaliger Zirkuswagen ist Anfang Juni mit dem Radio-Neuseenland-Reportermikrofon kollidiert. In der Schadensbilanz ging es um eine schöne Imbiss-Bude jenseits des Gastro-Kommerzes und eine gute Idee am richtigen Ort.


Größe: 3,1 MB. Download

Freitag, 1. Mai 2009

Zehn Jahre Neuseenland und das weitere Werden: Landesdirektionspräsident Walter Christian Steinbach im Interview (1)

Das Leipziger Neuseenland steuert auf sein erstes größeres Jubiläum zu. Im Sommer 2010 feiert der Cospudener See seinen 10. Jahrestag. Mit seiner Eröffnung wurde im Sommer des Jahres 2000 der Grundstein für die neue Seenplatte im Südraum Leipzigs gelegt. Einer, der dabei viel mitbewegt hat, ist der Präsident der Landesdirektion Leipzig, Walter-Christian Steinbach. Er hat aber auch noch einige Ideen für die Zukunft auf Lager und spricht gern von Strukturen “aus einem Guss“. Was er damit meint, verriet er im Interview mit der L-IZ. Heute Teil 1 von 2: Zweckverband – warum und wohin?


"Entwicklung aus einem Guss": Landesdirektionschef Walter Christian Steinbach und das Leipziger Neuseenland. Foto: Landesdirektion/br

Ende März gab es eine gemeinsame Dienstberatung mit dem Leipziger OBM Burkhard Jung. Sie regten dabei ein neues Werkzeug
an, das
Leipziger Neuseenland zu verwalten und zu entwickeln. Warum ist das eigentlich nötig?
(Steinbach): Die Bewirtschaftung des Leipziger Neuseenlandes ist eine hochkomplexe Aufgabe. Die gewässertouristischen Anlagen – das sind Schleusen, Umtragestationen etc. – müssen gebaut, genehmigt, finanziert und später unterhalten werden. Dabei ist zu vermeiden, dass bei den Besuchern des Leipziger Neuseenlandes der Eindruck entsteht, als fahre er da durch eine Schleuse in Markkleeberg und dort durch eine Schleuse von Leipzig. Nein, im Interesse des Besuchers und einer hohen touristischen Anziehungskraft brauchen wir ein Leipziger Neuseenland, das aus einem Guss gemanagt wird.

Mehr Gemeinsamkeit im Neuseenland. Schöne Sache. Dafür eine Art neuen Zweckverband?
(Steinbach): Ein weiterer Punkt, der nicht außer Acht zu lassen ist: das Leipziger Neuseenland besteht aus Gewässern erster Ordnung und Gewässern zweiter Ordnung. Das heißt: Gewässern, die vom Land zu unterhalten sind, und Gewässern, wo den Kommunen diese Aufgabe zukommt. Das funktionelle Zusammenwirken dieser Gewässer und die Gewässergüte muss den Anforderungen entsprechen, auch da dürfen keine Unterschiede entstehen.

Hierfür könnte ein Vertrag mit der Landestalsperrenverwaltung hilfreich sein. Als Vertragspartner kommen auf der einen Seite sicherlich der Freistaat Sachsen, auf der anderen Seite eine Rechtsperson in Frage, da nicht jede einzelne Kommune einen Vertrag schließen kann. Es gibt also eine große Fülle von ganz praktischen Aufgaben zur Funktionsfähigkeit des Gewässerverbundes, die alle, wie ich bereits sagte, möglichst aus einem Guss erledigt werden müssen. Und dafür denke ich müssen sich die Eigentümer der Seen und der Gewässer – die Gemarkungskommunen, die Landkreise, die Stadt Leipzig – zusammenschließen und eine Rechtsperson konstruieren.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann einen Zweckverband gründen, man kann einen Verein gründen, man kann eine GmbH gründen. Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wir sind jetzt soweit, dass die wesentlichen Akteure des Raumes beim Sächsischen Wirtschaftsministerium ein Regionalbudget zur finanziellen Unterstützung beim Aufbau einer solchen Struktur beantragen wollen.

Also: Für einen solchen Partner wird jetzt eine Grundfinanzierung angeregt?
(Steinbach): Angeregt wird dies für die Entwicklung eines Ansprechpartners, wobei ich mir nicht sicher bin, ob man einen weiteren Zweckverband gründen sollte. Es gibt Fürsprecher für einen Zweckverband. Es gibt aber auch eine Reihe von Partnern, die sagen: lasst uns erst noch einmal über die künftigen Strukturen in Ruhe nachdenken, ob es wirklich ein Zweckverband oder ob es nicht eine andere Struktur sein soll, die vielleicht am
Ende schlagkräftiger, schneller, dynamischer ist. Und ich finde den Gedanken gut – zwar haben wir nicht viel Zeit – aber es sollte jetzt in Ruhe durchdacht werden, in welcher Rechtsperson der gesamte touristische Gewässerverbund vom Haselbacher See bis zur Goitzsche einmal gemanagt werden soll.

Es sind viele Partner ins Boot zu holen, viele Geldgeber, bestimmt auch das Land. Viel Zeit ist aber nicht. Wie soll der Fahrplan für diesen Zweckverband aussehen?
(Steinbach): Wie gesagt, ich würde noch nicht von einem Zweckverband sprechen – ich spreche von einer nachhaltigen Regionalstruktur vom Haselbacher See bis zur Goitzsche, die den gesamten touristischen Gewässerverbund aus einem Guss organisiert. Es besteht Eile, da haben Sie Recht. Aber es ist nicht so, dass wir überstürzt handeln müssen. Zudem haben wir ja die Steuerungsgruppe Gewässerverbund, deren Sprecher ich bin. Und da werden alle wichtigen Entscheidungen vorbesprochen und der Gesamtprozess sozusagen am Laufen gehalten.

Die Kommunen, die Landkreise, also die Gebietskörperschaften, nehmen sehr verantwortlich ihre Aufgaben wahr. Aber: das Zusammenspiel der Kräfte muss optimiert werden, damit die Vermarktung und die Bewirtschaftung der Gewässerlandschaft aus einer Hand erfolgen kann. Eine unglaublich komplexe Aufgabe, mit unendlich vielen Facetten und Einzelakteuren, deren Zusammenwirken durch eine nachhaltige Regionalstruktur optimiert werden muss.

Die ganze Idee noch einmal zusammengefasst?
(Steinbach): Die nachhaltige Regionalstruktur, die entwickelt werden muss, sollte am Ende den gesamten touristischen Gewässerverbund aus einem Guss entwickeln, bewirtschaften und unterhalten.

Donnerstag, 30. April 2009

Zehn Jahre Neuseenland und das weitere Werden: Landesdirektionspräsident Walter Christian Steinbach im Interview (2)

Architekten, mentale Zurückhaltung, ein Rückblick und eine rein persönliche Vorschau auf die Entwicklungen im Leipziger Neuseenland – Landesdirektionspräsident Walter Christian Steinbach im Interview mit der L-IZ.


"Aus einem Guss": Walter Christian Steinbach und das Neuseenland. Foto: LDL/br

Herr Steinbach, Sie hatten bei der Dienstberatung am 30. März die Architektenentwürfe von 1994 angesprochen und eine Neuauflage angeregt. Damals waren rund 15 Architekten dabei. Was hatten die sich damals vorgestellt, was im Neuseenland entstehen könnte?
(Steinbach): Das Regierungspräsidium Leipzig hat 1994 einen internationalen Teamwettbewerb organisiert, bei dem etwa 15 internationale Architekten und Landschaftsplaner gemeinsam mit Akteuren und Experten aus der Region diskutiert haben, wie diese neu entstehende Landschaft konzipiert werden kann. Das Ergebnis dieses internationalen Wettbewerbes bildet bis heute das Grundkonzept für die Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes und des touristischen Gewässerverbundes, die Verbindung möglichst vieler Seen untereinander und mit dem Gewässersystem der Stadt Leipzig.

Eine Reihe von Architekten haben an diesen Grundüberlegungen mitgewirkt, die wir heute zu den Top Ten zählen – wie Michael Sorkin, Rem Koolhaas, Hans Kollhoff, und viele andere heute sehr bekannte Architekten. Ich regen an, dass man einige dieser Architekten heute nach 15 Jahren wieder einlädt, auch mit jüngeren Architekten, um gemeinsam mit regionalen Experten die bisherigen Entwicklungen zu bilanzieren und neue bzw. neuartige Ideen für die künftige und zukunftsfähige Entwicklung zu diskutieren.

Bei der Dienstberatung am 30. März haben Sie das Wort “mentale Zurückhaltung bei der Entwicklung des Neuseenlandes“ gebraucht. Was ist damit gemeint?
(Steinbach): Also ich denke, dass eine solche Entwicklung immer auch in Wellen verläuft. Es gibt Perioden, wo alle Personen, die sich damit beschäftigen, sozusagen auf einer Wellenlänge sind. Und dann gibt es auch wieder Zeiten wo man merkt, das funktioniert noch nicht so gut, das muss noch genauer bedacht werden, es gibt diese oder jene Probleme. Dann entstehen die Entwicklung hemmende Probleme, quasi so etwas wie konzentrierter Gegenwind. Über die damit im Zusammenhang stehenden mentalen Dellen muss man hinweg. Ich denke, mit unseren gemeinsamen Überlegungen zur Durchführung einer nochmaligen internationalen Konferenz, sind wir gerade dabei, einen neuen Ansatz zu konzipieren, um die Schlussphase der Entwicklung erfolgreich zu bewältigen.

Wir leben im Frühjahr 2009. Das Neuseenland steuert auf seinen 10. Geburtstag zu. Was sind die Projekte, die Ihnen besonders gerne einfallen, die dabei entstanden sind?
(Steinbach): Ich denke dass der Cospudener See sich gut darstellt. Er wird ausgezeichnet angenommen. Den Zwenkauer See kann man in seinen Umrissen klar erkennen. Er wird der größte See zunächst einmal – allerdings wird das noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen. Der Markkleeberger See ist so gut wie fertig, da fehlt noch ein halber Meter bis zum Endwasserstand. Der Kanupark ist fantastisch geworden. Ich denke auch, die Gastronomie ist auf einem guten Weg, sich immer überzeugender an den einzelnen Seen zu etablieren. Im Nordraum, wenn man sich zum Beispiel die Goitzsche ansieht, hat sich eine außerordentlich positive Entwicklung vollzogen.

Hier sind eine Reihe von sehr schönen Kunstwerken entstanden, wie die Bitterfelder Wasserfront, die ich sehr bewundere, oder den Pegelturm, der leider unter dem Sturm etwas gelitten hat. Wie man im Nordraum den einen oder anderen See verbinden kann, das muss noch zu Ende diskutiert werden. Insgesamt gesehen, finde ich es aber richtig, wenn wir bei dem Leipziger Neuseenland von einer der größten Landschafts- oder Wasserbaustellen Europas sprechen. Wenn Sie heute durch die Stadt gehen oder wenn Sie heute über die Kanäle, Mühlgräben und Flüsse der Stadt fahren und die Stadt vom Wasser aus erleben, kann man sich überhaupt nicht mehr erinnern, wie das 1990 mal ausgesehen hat.

Die Entwicklung geht schnell. Die ersten 10 Jahre sind vorbei. Was wird sich in fünf Jahren weiter im Leipziger Neuseenland entwickelt haben? Was wird es dann Neues geben?
(Steinbach): Ich denke, wir biegen jetzt auf eine relativ lange Zielgerade ein, aber schon jetzt ist absehbar, wie das Leipziger Neuseenland einmal aussehen wird. Wir werden in Kürze die Verbindung von Leipzig über den Floßgraben und die Schleuse Cospuden bis zum Cospudener See haben. Ich denke, wir werden bis 2014 vom Cospudener See in den Zwenkauer See kommen. Und ich hoffe auch, dass wir in dieser Zeit etwa die Schleuse zwischen dem Markkleeberger See und dem Störmthaler See fertig haben. Und mindestens beim Kanal vom Markkleeberger See ins Unterwasser des AGRA-Wehres wird man mit dem Bau begonnen haben und erahnen können, welchen Weg er nehmen wird. Wann der Kanal fertig sein wird, das kann heute noch keiner sagen. Man muss sehr genau überlegen, wie die bestehenden Raumwiderstände verträglich und gesetzeskonform bewältigt werden können. Aber ich denke schon, dass man in wenigen Jahren mindestens die Ansätze dafür sieht.

Montag, 30. März 2009

Phänomen des Sommers: Vandalismus am Markkleeberger See

Im Leipziger Neuseenland herrscht nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen - auch hier gibt es Probleme, auch hier sind mitunter Vandalen am Werk. Sie waren lange Zeit hauptsächlich am Cospudener See unterwegs. Geändert hat sich das im Jahr 2006 mit der Eröffnung des Markkleeberger Sees. Seitdem sind Vandalismusschäden auch an den neuen Ufern östlich Markkleebergs zu verzeichnen.

Das Problem mit der Zerstörungswut ist dabei vor allem ein Phänomen der Sommermonate. Die stehen jetzt gerade wieder vor der Tür. Wir sprachen deshalb mit jemandem, der sich um die Beseitigung der Schäden kümmern muss - Bernd Walther von der Markkleeberger Firma EGW. Es ging natürlich um Graffiti, aber auch um die SOLARIA 1 und ganz normalen Müll.


Größe: 4,1 MB. Download

Samstag, 14. März 2009

Von oben durchgeboxt: Golfresort geht Mittwoch in den Stadtrat

Schon allein zwei Daten sind es, die an diesem Vorhaben erschreckend sind. Erst am 26. Januar ist ein erster, vager und mittlerweile heftig umstrittener Projektentwurf fertig geworden. Schon am 18. März soll aber im Markkleeberger Stadtrat abgestimmt werden, ob es aus Rathaussicht gebaut werden soll oder nicht. Die Rede ist vom Golfresort am Cospudener See.

Monika Heinrich. Markkleeberger protestieren gegen Strand-Privatisierung.
Sprecherin Monika Heinrich von der Bürgerinitiative Cospudener See. Fotos: Bernd Reiher

Während OBM Klose aber eisernen Willens zu sein scheint, dieses Luxusprojekt in einem Vorranggebiet für Natur und Landschaft durchzuboxen, hat sich im Pleißestädtchen in kürzester Zeit eine Bürgerinitiative in Stellung gebracht, die zeigt, dass das Projekt in Markkleeberg gar nicht so gern gesehen ist, wie das der der Rathauschef gerne will. Letztes Treffen der BI war am 13. März. Wir sprachen am Rande mit der Sprecherin Monika Heinrich.

Größe: 3,5 MB.Download

Sonntag, 8. März 2009

Golfresort am Cospudener See: Tobias Keucher, "Seeterrasse", Pier1

Die Seeterrasse Cospuden ist eigentlich ein sonnendurchflutetes Lokal. Sollte aber die Unister GmbH mit ihrem Golfhotel so zum Zuge kommen, wie bislang geplant, dürfte aus dem kleinen Restaurant im Hafendörfchen Pier 1 bald eine Schattenwirtschaft werden. Restaurantleiter Tobias Keucher ist nicht nur Chef dieser überregional bekannten Ausflugsgaststätte, sondern auch als Privatmann ein bekennender Liebhaber des Cospudener Sees. Wir haben ihn deshalb Anfang März besucht, um mehr von den Golfresort-Plänen aus der Sicht eines möglicherweise direkt Betroffenen zu erfahren.

Was das mit OBM Klose und dem Starnberger See zu tun hat, darum geht es in den reichlichen fünf Minuten dieser neuen Geschichte aus Neuseenland.


Größe: 3,6 MB. Download